1831877
Besuche insgesamt, 7 Besucher online
cleargif
Sie sind hier: Startseite » Unsere Schule » Schulchronik » Richard Willstätter » Nobelpreis
Druckansicht

Richard Willstätter (1872-1942) Nobelpreis für Chemie 1915

Protrait von Richard Willstätter

Die Verleihung des Nobelpreises für Chemie an Richard Willstätter ist größtenteils auf seine zwischen 1905 und 1912 an der ETH Zürich geleistete Arbeit zurück zuführen. Mit seinen Studenten und Assistenten hat Willstätter als Professor für Chemie die Struktur des Chlorophylls aufgeklärt. Er hat auch aufgezeigt, dass dieses grüne Pigment, das den Pflanzen erlaubt, Lichtenergie umzuwandeln, Magnesium enthält. Nach der Analyse von mehr als hundert Pflanzen kam er zum Schluss, dass zwei Arten Chlorophyll bestehen: Chlorophyll a, eher grün-blau, und Chlorophyll b von grüngelblicher Farbe. In weiteren Forschungsarbeiten bewies der Chemiker daraufhin, dass das Chlorophyll eine dem Häm, dem roten Blutpigment, das den Sauerstoff transportiert, ähnliche Strukturbesitzt.

Willstätter hat sich außer für Chlorophyll auch noch für andere pflanzliche Pigmente interessiert, vor allem für Anthocyanine. Um ihre chemische Zusammensetzung zu analysieren, entwickelte er neue Methoden zur Gewinnung und Reinigung. 1912 kehrte er nach Deutschland zurück.

Nach wie vor von der Chemie der Naturstoffe fasziniert, widmete er sich mit grosser Intensität dem Studium der pflanzlichen Enzyme und isolierte dabei zahlreiche Varianten, wie z.B. Saccharase, Peroxydase und Lipase.

Pflanzliches Chlorophyll b (links) und das Häm des Blutes (rechts)
Pflanzliches Chlorophyll b (links) und das Häm des Blutes (rechts)

1915, als er am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin lehrte, wurde ihm der Nobelpreis für Chemie verliehen, und zwar "in Anerkennung seiner Forschung auf dem Gebiet der Pflanzenpigmente, insbesondere für seine Arbeiten über Chlorophyll".

Pflanzliches Chlorophyll b (links) und das Häm des Blutes (rechts). Die beiden lebenswichtigen Moleküle sind sich sehr ähnlich. Beide sind sie Pigmente, d.h. ihre Interaktion mit Licht lässt sie farbig erscheinen.

Willstätter übernahm später an der Universität München einen Lehrstuhl.

1924 trat er aus Protest gegen den an dieser Institution herrschenden Antisemitismus von seinem Posten zurück. Er litt unter den steigenden Belästigungen durch das Naziregime und verließ Deutschland mit Ziel Schweiz, kurz bevor der Zweite Weltkrieg ausbrach. Er starb 1942 in Locarno. Erwähnenswert ist auch, dass die erste vollständige, 1901während seiner Doktorarbeit an der Universität München durchgeführte Kokain-Synthese, ebenfalls Richard Willstätter zu verdanken ist.