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"Alle Kinder werden erwachsen - außer einem"

Dies ist der berühmte Beginn des Romans „Peter Pan“. Der Titelheld ist die Hauptfigur einiger Kindergeschichten von James Matthew Barrie (1860-1937) und dort das einzige Kind, das niemals erwachsen wird. Peter Pan lebt im „Nimmerland“ (engl. Neverland), einer fiktiven Insel. Er ist Anführer der „verlorenen Jungs“, einer Gruppe von Jungen. Peters Gegenspieler ist der Anführer der Piraten, Captain Hook.
Peter Pan trat zum ersten Mal 1902 in dem ursprünglich für Erwachsene geschriebenen Buch The Little White Bird auf und wurde dann 1904 sehr erfolgreich im Bühnenstück Peter Pan, or The Boy Who Wouldn’t Grow Up („Peter Pan, oder der Junge, der nicht erwachsen werden wollte“ oder „nicht erwachsen wurde“, verwendet. 1906 wurde der Abschnitt von Little White Bird als eigenständiges Buch Peter Pan veröffentlicht. 1911 adaptierte Barrie den Stoff des Bühnenstücks für die Erzählung Peter and Wendy, die heute meist unter dem Titel Peter Pan publiziert wird.
In Barries Geschichte wird Peter von der fliegenden kleinen Elfe „Glöckchen“ (engl. Tinker Bell) begleitet und begegnet eines Nachts auf einem Ausflug nach London dem Mädchen Wendy Darling, das er, zusammen mit ihren Brüdern, mit ins Nimmerland nimmt, wo sie eine Reihe von Abenteuern erleben. Das Nimmerland ist eine fiktive Insel und der Haupthandlungsort von Barries Geschichte, ein Ort, an dem Kinder niemals erwachsen werden. Hier wohnt auch der Held des Schauspiels, Peter Pan. Hier gibt es Elfen, Piraten, Indianer, Meerjungfrauen und natürlich Kinder. In Nimmerland muss man nur an etwas glauben, damit es passiert. Nimmerland kann als Metapher für ewige Kindheit und Jugend, Unsterblichkeit, aber auch für Kindlichkeit und Kindischsein gesehen werden. Peter Pan verkörpert die Unschuld und Sorglosigkeit der Kindheit, die Lust an imaginären und oft gewalttätigen Abenteuern, ohne Sorge oder Verständnis für echte Gefahren und echtes Leid. Während alle anderen Kinder diese Erfahrungswelt irgendwann verlassen und erwachsen werden, wird Peter Pan nicht erwachsen und verändert sich nie.
Das Ende der Romanfassung zeigt dabei deutlich eine Zwiespältigkeit: Peter kann seine Kindlichkeit nur dadurch bewahren, nur dadurch unverändert bleiben, dass er alles Veränderliche schon bald vergisst, auch wenn es ihm einmal sehr wichtig war. Auch wehrt er sich standhaft gegen das Erwachsenwerden und auch gegen Gefühle, denn die könnten seinem gedankenlosen Kindsein ein Ende bereiten.
Dennoch lassen wir in unserer Inszenierung Peter Pan am Ende sagen: „Erwachsen zu werden und zu leben…wäre ein furchtbar spannendes Abenteuer.“ Denn wie man erwachsen werden kann, ohne diekindliche Unbeschwertheit aus Nimmerland vermissen zu müssen, erkennt Wendy nach ihren Erlebnissen mit Peter Pan.
Vielleicht tragen ja alle sog. ‚Erwachsenen’ diese Sehnsucht tief in sich. Marc Chagall sagte zum Thema des Erwachsenwerdens: „Die Leute, die nicht zu altern verstehen, sind die gleichen, die nicht verstanden haben, jung zu sein.“ Vielleicht sollten wir Altwerdenden und Altgewordenen uns ein Beispiel an Wendy nehmen, denn wir können jederzeit sagen: „Es ist noch nicht vorbei, Käpt’n Hook! Denn ich bin PETER PAN!“
Vorhang auf am Montag und Dienstag, 29.2. und 1.3.2016, um 19.30 Uhr am Willstätter Gymnasium!
Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf euren / Ihren Besuch!
Herzlichst,
Marcus Gangloff