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LUCY. ODER SO. KEINE AHNUNG.

Das ist Lucy.

Lucy? Wieso Lucy?! Bescheuerter Name. Wieso nicht Ben? Oder Jule?

Lucy ist gut. Der Name ist so ... fluffig.

Alles und nichts.

Irgendwas. Irgendwer.

Wie das x in der Mathematik.

Lucy ist die Hauptfigur unserer letzten Produktion. Sie ist nicht individuell und speziell, sondern ist eine Kunstfigur, in der wir unsere vielen verschiedenen Lebenswege, Ansichten, Meinungen, Zweifel, Sorgen, Ängste, Freuden und Hoffnungen vereinigt haben – sodass sie doch wieder ganz individuell berührt. Wir alle sind Lucy. Wir, das sind die über 20 Schauspieler/innen der Oberstufentheatergruppe aus den Klassen 10 bis 12, nicht zu vergessen die Techniker, die sich genauso mit der Sache identifizieren.

Wir spielen nicht einfach etwas, das man uns vorgibt, wir spielen, was zu uns passt.

Im Laufe der Jahre fand eine Entwicklung hin zur Eigenproduktion statt: Wir  gestalten unter Anleitung literarische Stoffe oder Motive selbst aus, gehen kreativ mit Textvorlagen um und entwickeln eigene Texte. Damit erzählen wir Geschichten oder beleuchten eher collagenartig ein Thema unter vielfältigen Aspekten. Mindestens genauso wichtig wie der Text sind die Mittel des körperlichen Ausdrucks bis hin zur Akrobatik.

Unsere zentrale Frage bei jeder Produktion ist: Was hat das alles mit uns zu tun? Das Stück dieses Jahres wurde ganz nach unseren Ideen und Texten, die in kreativen Prozessen entstanden sind, gestaltet. Es sind also unsere Themen und Anliegen, die wir unter dem Arbeitstitel „Generation Y: Wer sind wir und wohin gehen wir?“ zum Ausdruck gebracht haben. Authentizität war für uns oberstes Gebot. Die Produktion ist ein Ergebnis unserer Forschungsarbeit. Die beiden Leiterinnen, Barbara Schlatterbeck und Heike Pourian, haben dann die Bausteine unter dramaturgischen Gesichtspunkten zusammengefügt. Der endgültige Titel deutet schon an, worauf es hinausgeht: Eine wirkliche Antwort haben wir nicht gefunden. Aber „Keine Ahnung“ ist eigentlich nur eine Verlegenheitsformel, denn Denkansätze werden genug geliefert!

Aufwändige Bühnenbilder und Requisiten brauchen wir nicht, denn der leere Raum weckt Kreativität und fördert Imagination. Jeder von uns und jeder Zuschauer ergänzt seine eigenen Bilder. Aber irgendwas muss dann doch sein, mit dem wir spielen können. Diesmal waren es Matratzen, die plötzlich irgendwie da waren. Viele Matratzen in allen Größen, leichte, schwere, dicke, dünne. Man kann sie tragen, schleppen, sich drunter oder drauf legen, darauf springen, die Matratzen behindern, sind im Weg, türmen sich vor uns auf oder bilden eine Höhle … Und so symbolisieren sie mal unser Leben, mal unsere Innenwelt oder die Außenwelt, ein Bett oder eine Insel und alles, was man in den Szenen assoziiert.

Unser Stück ist also Bildertheater, Bewegungstheater, Objekttheater, aber vor allem unser Theater.

Wir haben es im April drei Mal im Theater Mummpitz aufgeführt und sind damit zu den bayerischen Theatertagen eingeladen, die Ende Juli vom Adam-Kraft-Gymnasium in Schwabach ausgerichtet werden.

Wir danken der Schulleitung und dem Hausmeister, den vielen Lehrern und Lehrerinnen, die sich für uns und das Theater interessieren und unsere Arbeit unterstützen. Herzlicher Dank auch dem Freundeskreis für die finanzielle Unterstützung!

 

Barbara Schlatterbeck und die Theatergruppe