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Bericht über die Europäische Talent Akademie 2013 in Lindau

Die Sommerferien – diese wunderbaren sechs Wochen – galten schon immer als Belohnung für alle Müh‘ und Arbeit des vergangenen Schuljahres, aber trotzdem kam es, dass ich ganze zwei Wochen im August ebenfalls in einem Gymnasium verbrachte. Bis auf die Räumlichkeiten hatte diese Zeit allerdings nichts mit der vergangen elften Klasse gemein.
Zusammen mit über 50 weiteren Schülerinnen und Schülern aus Bayern und Teilen Österreichs war ich nun Teil der alljährlich von der Fraunhofer Gesellschaft organisierten und geleiteten Europäischen Talent Akademie 2013 im schönen Lindau am Bodensee.
In den 14 Tagen gab es nun ein straffes Programm zu bewältigen, dass aus fünf zur Auswahl stehenden Kursangeboten, aus den Themenbereichen: Biologie, Photographie, Spieltheorie (Mathematik), Eisenbahn (Physik) und Philosophie, bestand. Dazu kamen die zwei Kursübergreifenden Angeboten (kurz: KüA) Chor und Tanz, sowie das Orchester, dem sich jeder freiwillig anschließen durfte.
Ich bekam meine Wunschkombination aus dem Philosophiekurs, sowie dem KüA Tanz. Damit sah ein „normaler“ Akademietag ungefähr so aus: Von Vormittag bis Nachmittag beschäftigten wir uns in drei Kurseinheiten mit den wichtigsten Philosophen von der Antike bis heute, lernten deren Thesen kennen und führten anschließend ausführliche Diskussionen über ein breites Themenspektrum, das kaum einen Bereich der Philosophie außen vor ließ. Dabei vom Thema abzukommen und die Gedanken und Argumente immer weiter spinnen zu lassen, gehörte quasi zum Programm und war sowohl unterhaltsam, als auch lehrreich. Im Tanzen setzten wir uns mit zeitgenössischem Tanz auseinander und entwarfen (unter Anleitung der zwei super Tanzlehrer Heidi und Gunther) in den zwei Wochen eine Choreographie, die insgesamt gute 20 Minuten des Abschlussabends füllte. Das Stück „Kollektividuum“ widmete sich dabei der Entwicklung vom Individuum zum Kollektiv, was gleichzeitig sinnbildlich für unsere gemeinsame Zeit in Lindau zu verstehen ist. Am Anfang noch unbekannt mit den anderen, waren wir nach der Sommerakademie sowohl in den Kursen, als auch im KüA ein eingespieltes Team und hatten uns alle mehr als nur kennengelernt. Neue Freundschaften sind entstanden, die sicher über die zwei Wochen hinausgehen werden und die man so schnell nicht aus den Augen verliert bzw. nicht mehr missen will.
Außerdem hatten wir neben Kursen und KüA auch noch diverse weitere Programmpunkte, die etwas herausragten aus dem „normalen“ Alltag: Wir besuchten Carmen in der Lindauer Marionettenoper, hatten ein Vortrag von einem Berufsfischer vom Bodensee (und durften dazu seinen Fang essen) und beschäftigen uns einen ganzen Tag lang mit der europäischen Politik. Dabei durften wir (Dresscode inklusive) unter Anleitung der Akademie für politische Bildung aus Tutzing das ordentliche Gesetzgebungsverfahren der EU nachspielen. Im Verlauf eines Tages diskutierten wir also als Vertreter der EU Kommission, des Parlamentes und das Ministerrates über eine Richtlinie, die sich mit den Inhaltsstoffen von Akkus beschäftigt. Solange bis wir schließlich in der letzten Instanz, dem Vermittlungsausschuss einen Kompromiss (fast) aller Parteien erringen konnten.
Mehr als stolz konnte dann also dieses Team aus knapp 50 Schülerinnen und Schülern auf die Sommerakademie zurückblicken, als diese am Abschlussabend vor Familien und Freunden ihr Ende fand. Die Abschlussveranstaltung wurde dabei vollständig von den Teilnehmern organisiert, die sich dafür in Produktion, Regie, Technik und Moderation einteilten und mit vielen helfenden Händen alles ordentlich über die Bühne brachten.  Das betont noch einmal den Charakter der Akademie, der die Teilnehmer in den Mittelpunkt stellt und dabei in den zwei Wochen viel Freiraum zur persönlichen und kreativen Entfaltung lässt. Jeder Akademiejahrgang ist damit einmalig und trägt dazu bei, dass alle etwas Besonderes mit nach Hause nehmen: Eine einzigartige Erfahrung!


Jonas Neubert