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Besuch in Nürnberg

Sonntag, 11. April 2010

Am Sonntag, den 11. April 2010 ging's endlich los: Der 4. Türkei-Austausch mit Izmir begann – und 17 Schülerinnen und Schüler der neunten und achten Klassen des Willstätter-Gymnasiums standen mit ihren Eltern und Frau Frey und Herrn Lehmeier gegen 13 Uhr am Nürnberger Flughafen um unsere Gäste aus der Türkei zu empfangen. Alle wurden von Minute zu Minute aufgeregter, denn der Flug hatte eine kleine Verspätung. Schließlich kamen die türkischen Schüler mit ihren zwei Lehrerinnen aus dem Gate raus und wir mussten erst mal unseren jeweiligen Austauschpartner finden (manche von uns hatten Schilder gemacht). Nachdem wir uns alle gefunden und begrüßt hatten, gab's schon das erste Gruppenbild und anschließend fuhren alle heim.

Montag, 12. April 2010

Wir trafen uns kurz vor Schulbeginn in der Eingangshalle und verabschiedeten uns schnell von unseren Austauschpartnern, weil wir in den Unterricht mussten, während unsere Gäste zuerst von unserem Direktor Herrn Dr. Steuer herzlich willkommen geheißen wurden und dann von Frau Frey eine kurze Schultour erhielten, um sich einen kleinen Überblick über unsere Schule verschaffen zu können.

Wir trafen uns in der ersten Pause zu einem gemeinsamen Frühstück in der Mensa wieder und daraufhin erwartete die Türken eine Stadtführung mit Herrn Lehmeier, während wir wieder im Unterricht saßen.

Zur Mittagspause trafen wir uns wieder und anschließend wurden die Türken von Herr Dr. Becker in das bayerische Schulsystem eingeführt. Am Nachmittag hatten wir noch ein bisschen Zeit, um etwas bummeln zu gehen.

Um 18.30 Uhr fand der Willkommensabend in der Schule statt, der von unserem Elternbeirat (nochmals vielen Dank dafür) vorbereitet und mit Hilfe von unseren Eltern mit Essen bestückt wurde (auch hierfür ein Dank an die Eltern, es war wirklich lecker). Eine tolle Gesangsvorführung durch Jessica Jorgas, die beim ersten Ausstausch mit Izmir teilgenommen hatte, und eine Saxophoneinlage von Marlene Beugel, die heuer dabei war, setzten dem Abend noch das Sahnehäubchen auf.

Dienstag, 13. April 2010

Treffpunkt war morgens am Hauptbahnhof – dann ging's für alle Austauschteilnehmer los nach Bamberg. Dort hatten wir dann eine kleine Stadtführung mit anschließend freier Zeit, in der wir durch Bamberg schlendern konnten. Am Nachmittag gingen die meisten von uns noch zum Nürnberger Volksfest (das glücklicherweise die ganze Woche stattfand, in der unsere Gäste hier waren, was natürlich sehr von Vorteil war) und verbrachten dort noch den restlichen Tag.

Mittwoch, 14. April 2010

Heute war der Tag, an dem unsere Austauschpartner unseren Unterricht für vier Stunden besuchten und dann mit uns ein kleines Volleyballmatch veranstalteten. Am Nachmittag ging's für sie ins Neue Museum, wo ein Kunstprojekt auf sie wartete (sie durfen entweder abstrakte Malerei oder Portraits ausprobieren). Anschließend trafen wir uns wieder mit ihnen und hatten Zeit für eigene Interessen und Pläne zur Verfügung.

Donnerstag, 15. April 2010

Nach zwei Stunden Unterrichtsbesuch trafen wir uns alle in der Eingangshalle, bevor die Türken ins Doku-Zentrum fuhren (wir hatten unseren planmäßigen Unterricht). Um ca. 14 Uhr sind sie wieder in der Schule gewesen und sind abends mit uns zur Ladies' Night am Volksfest gegangen (nicht alle). Ein kurzer, aber toller Tag, den wir auch genießen konnten.

Freitag, 16. April 2010

Diesen Tag ernannten wir zum "Highlight-Tag", denn durch diesen Tag werden wir den Austausch nicht so schnell wieder vergessen, aber zuerst mal zum Ablauf und Geschehen:

Am Morgen trafen wir uns am Hauptbahnhof, um uns auf den Weg nach München zu machen.

Während der langen Zugfahrt kam das Gespräch auf den isländischen Vulkan, der gerade Probleme im Flugverkehr bereitete. Meine Freundin und ich informierten uns über den Vulkan und über die Flughafensperren näher, denn wir konnten mit den Handys im Internet nach neuen Infos schauen. Wir entdeckten, dass der Nürnberger Flughafen ab Freitag Nachmittag geschlossen sein sollte und voraussichtlich erst am Sonntag wieder aufmachen wollte. Wir berichteten das zuerst mal Frau Frey und einer der türkischen Lehrerinnen. Uns wurde klar und deutlich von der türkischen Lehrerin versichert, dass der geplante Rückflug am Sonntag normal stattfinden würde.

Ankunft in München: Wir machten uns auf den Weg zum Treffpunkt mit den Stadtführerinnen und hatten zuerst mal eine kleine Essenspause, in der die türkischen Lehrerinnen mehrere Male telefonierten und immer angespannter wirkten. Wir wollten gerade zur Stadtführung aufbrechen – die erste Anweisung einer türkischen Lehrerin: Wir müssen sofort zurück nach Nürnberg, zurück in die Türkei fliegen. Wir erklärten ihnen, dass der Flughafen schon zu ist, wenn wir wieder in Nürnberg sind. Es brach das große Chaos aus: alle telefonierten mit Eltern, Freunden etc. und wir bekamen immer wieder neue Anweisungen aus der Türkei mitgeteilt, wie zum Beispiel "Fahrt sofort in ein sicheres Land!" oder "Wir schicken einen Privat-Jet nach Nürnberg".

Es war wirklich der Horror, manche brachen sogar in Tränen aus, weil wir uns nicht jetzt schon trennen wollten. Jedenfalls war die Stadtführung gestrichen und nachdem die Türken endlich einen Plan hatten – nach langem Hin und Her, Stress hier und da – ging es zurück zum Münchner Hauptbahnhof und wir warteten dann auf den ICE, der uns nach Nürnberg bringen sollte. Dort sollten unsere Austauschpartner ihr Gepäck packen, dann regelrecht auf den Koffern sitzen und auf weitere Anweisungen warten, um auf alles vorbereit zu sein.
Wir saßen dann am Hauptbahnhof auf dem Boden und versuchten die Türken zu beruhigen, während die türkischen Lehrerinnen immer noch rumtelefonierten. Nach ca. 30minütigem Warten kam die letzte Anweisung aus der Türkei: genießt euren Tag in München und fliegt planmäßig am Sonntag zurück in die Türkei!

... Hallo?! Der ganze Stress umsonst??! Wir waren echt alle geschockt, aber dennoch irgendwie erleichtert, dass wir nun noch die letzte Zeit genießen konnten.

Zwar war die Stadtführung gestrichen, aber trotzdem durften wir unsere restliche Zeit in der Münchner Innenstadt verbringen und shoppen gehen.
Am Abend kamen wir erleichtert zurück und sind dann eigentlich nur todmüde in unsere Betten gefallen.Dieser Tag machte den Austausch nun wirklich unvergesslich.

Samstag/Sonntag, 17./18. April 2010

Am Wochenende verbrachten wir die Zeit mit unseren jeweiligen Austauschpartnern in unseren Familien und konnten unsere geplanten Ausflüge doch noch stattfinden lassen (nach den Strapazen in München). Manche von uns recherchierten weiterhin im Internet wegen dem Nürnberger Flughafen, ob der nun am Sonntag Morgen wieder öffnet. Voraussichtliche Öffnung war zunächst Sonntag Abend, doch dieser Zeitpunkt verschob sich immer wieder.

Montag, der 19. April 2010

Wir trafen uns früh in der Schule. In den ersten zwei Stunden hatten unsere Austauschpartner einen kurzen Workshop im Computer-Raum und in den folgenden Stunden sind sie mit uns in den Unterricht gegangen.

Danach war zunächst geplant, in die Lochgefängnisse zu gehen, aber das entfiel dann, weil die Türken in die Ausländerbehörde mussten, um ihr Visum zu verlängern.

Vom Unterricht waren alle von uns ab 13 Uhr befreit, worauf wir auf unsere Austauschpartner warteten und danach eigentlich wieder Freetime hatten..
Am Nachmittag erfuhren wir, dass unsere Gäste am Abend mit dem Bus zurück fahren werden, das sollte heißen: zuerst mit dem Reisebus nach Italien, von dort aus mit der Fähre nach Griechenland und von dort eventuell mit dem Flugzeug zurück nach Izmir.

Also haben alle ihre Koffer gepackt, noch die restliche Zeit gemeinsam verbracht und um halb acht war Treffpunkt Pausenhof. Der Bus kam nach kurzer Verspätung an und die Abfahrt war gleich danach. Der Abschied verlief tränenreich, aber wir wussten ja schließlich: wir sehen uns im Juni wieder – im hoffentlich sonnigen und warmen Izmir.

Emanuela Tigistu