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NICE, la limière naturellement

 

Unsere schnelllebige Zeit nimmt dem Reisen viel von seinem früheren Charme – wer mit dem Flugzeug der Mittelmeerküste entlang sich Frankreichs zweitgrößtem Flughafen Nice-Côte d’Azur nähert, hat nicht den faszinierenden Übergang vom Norden in das unbeschreiblich klare Licht der mediterranen Welt erleben können. So landeten auch wir nach knapp vier Stunden abrupt auf der Landepiste im Meer, der Altstadt Nizzas und den Dreitausendern des Nationalparks Mercantour gegenüber, beides strahlendes Sonnenlicht getaucht.

 

Nach hartnäckigen langjährigen Bemühungen hat es endlich mit einem Austausch zwischen den beiden Partnerstädten geklappt! Zunächst hatten 11 französische Schüler des Lycée Thierry Maulnier in Nizza mit zwei Begleitlehrern vom 31.3. bis 11.4. Nürnberg besucht. Nürnberg in Vergangenheit und Gegenwart näher kennen zu lernen war ihr Ziel. Die einführende Stadtführung beschrieb diesen Rahmen. Der Besuch des Dürer-Hauses machte mit einem großen Namen der Nürnberger Vergangenheit vertraut. Dokuzentrum, Jüdisches Museum und Memorium brachten das III. Reich nahe, während der Besuch Münchens einerseits an Sophie Scholl und die bekannte Szene aus dem Film, als sie Flugblätter in der Universität auswarf, erinnerte, andererseits aber bereits den Blick in die Moderne öffnete. Beim Besuch einer fränkischen Brauerei im Nürnberger Umland lernten unsere Gäste ein bisschen die malerische Umgebung kennen und bekamen einen direkten Einblick in einen traditionellen Industriezweig sowie ein mittelständisches Unternehmen.

 

Unser Aufenthalt in Nizza folgte einem ähnlichen Plan: Wieder waren alle Teilnehmer einzeln in Familien untergebracht, in Wohnungen, die vom Hochhaus bis zur Luxusvilla reichten. Mit unserer kleinen Gruppe konnten wir alle Exkursionen mit öffentlichen  Verkehrsmitteln abwickeln. Nach der einführenden Stadtführung lernten wir einzelne Aspekte der vielfältigen Region genauer kennen: In Monaco stand als Mittelpunkt der Besuch des ozeanographischen Museums auf dem Programm mit einer interaktiven Führung, die die Biodiversität durch Arbeitsaufträge nachhaltig veranschaulichte. Der Freizeitpark „Marineland“ in Biot ergänzte diesen Blick mit den Vorführungen der Seelöwen, Delfine, Orkas usw. Nizzas reiche und abwechslungsreiche Vergangenheit entdeckten wir bei einer sehr gelungenen Führung durch die Thermen, dem römischen Museum der Stadt, und beim  Besuch mit Führung in der russischen Kirche, der größten außerhalb Russlands. Kunst und Wissenschaft waren durch das Chagall Museum und eine Führung im Observatorium vertreten. Mit Ausnahme des ganztägigen Besuches in Monaco war die deutsche Gruppe aufgrund der Abiturvorbereitungen am Lycée zwar allein unterwegs, doch fanden alle Führungen auf Französisch statt. Über dieses Programm hinaus organisierten die Schüler viele gemeinsame Unternehmungen, wobei die Wochenenden alle in die nähere Umgebung der Stadt führten, unnötig zu sagen, dass das Filmfestival in Cannes und das Meer deutlich den Vorzug vor dem Gebirge erhielten. Das Interesse der Stadtverwaltung an unserem Aufenthalt wurde durch die Begrüßung durch Verantwortliche der zuständigen Abteilung am 1. Tag sowie einen Empfang beim stellvertretenden Bürgermeister im Stadtratssaal bekundet.

 

Alle unsere  Schüler waren von dem Austauschprogramm sehr angetan, viele würden nächstes Jahr gerne wieder mitmachen. Durch die Einzelunterbringung hatten sie reichlich Gelegenheit, ihre Französischkenntnisse anzuwenden und zu verbessern. Ihr Auftreten im französischen Unterricht war, französischen Kollegen zufolge, ein voller Erfolg. Und gemeinsame Unternehmungen mit den französischen  Freunden wird es beim nächsten Mal sicher öfter geben. Nicht zuletzt dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit den beiden französischen Organisatoren, M. de Renty und Mme. Lechifflart, möchten wir gerne nächstes Jahr einen neuen Versuch wagen, der dank der nunmehr vorhandenen Vorkenntnisse thematische Schwerpunkte setzen wird und vielleicht ohne verpasstes Flugzeug noch besser klappt!