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Eine Woche in Qingdao

Am 23.10.2015, Ortszeit 22:30 Uhr in Frankfurt hoben die Schüler des Willstätter-Gymnasiums Richtung Qingdao ab. Zwölf Stunden später landeten wir in einer Stadt, die für chinesische Verhältnisse eher klein ist - und das mit 8 Mio. (!) Einwohnern. Freundlich wurden wir in unseren Gastfamilien aufgenommen und lernten eine neue Welt kennen.

Am Montag besuchten wir das erste Mal die Qingdao No.58 Highschool. Schon bei unserer Ankunft waren wir „das Objekt der Be- bzw. Neugierde“. Eigentlich war für den Montag der übliche Flaggenappell geplant, doch dieser fiel wortwörtlich ins Wasser – wie schade, denn das muss eindrucksvoll sein. Und für uns recht fremd…

Stattdessen besichtigten wir einen Teil der Schule, erfuhren etwas über ihre Geschichte und in einer eigens für uns gehaltenen Unterrichtsstunde viel über die chinesische Kultur: Religion, Mentalität und Gebräuche, Feiertage, Oper, Architektur und die landesübliche Küche – nun verstanden wir China schon etwas besser! Zuletzt folgte das Treffen mit dem Schulleiter, der uns Willstättern sehr freundlich gegenübertrat und uns begeistert von seinem Aufenthalt in Nürnberg berichtete. Er betonte außerdem, dass ihm die Partnerschaft mit dem WGN sehr wichtig sei und der Austausch auch in den nächsten Jahren stattfinden solle.

Am Dienstag durften wir in den richtigen Unterricht unserer Austauschpartner mitgehen. Wir wurden überaus freundlich begrüßt, sogar mit Applaus! Es war interessant, dem Geschehen zu folgen, unter anderem weil die (etwa 60!) Schüler im Chor antworten oder zwischendurch im Unterricht Augenmassagen machten. Danach hat uns die Kunstlehrerin den chinesischen Scherenschnitt näher gebracht – gar nicht so einfach, aber letzten Endes sind doch gute Ergebnisse herausgekommen und wir hatten viel Spaß.

Überhaupt haben sich die chinesischen Lehrer sehr bemüht, uns ihre „typischen“ Unterrichtsfächer zu zeigen und uns darin zu unterrichten: Kalligraphie / chinesische Schriftzeichen - Chinese Painting, Tischtennis und traditionelle Musikinstrumente.

Am nächsten Tag folgte die Schulführung Teil 2, zunächst durch die Großküche, in welcher tagtäglich für die 2300 (!) Schüler gekocht wird – auch wir durften von einigen Kleinigkeiten kosten.

Die Schlafräume beeindruckten uns: Die Räume enthalten jeweils vier Etagenbetten und ein kleines Schrankfach für jeden! In diesem Gebäude übernachten etwa die Hälfte der Schüler, da viele auch schlichtweg zu weit von der Schule entfernt wohnen. Zum guten Schluss besichtigten wir noch die TV-Station der Schule. Es gab in der Mitte ein Pult so wie wir es aus den Nachrichten kennen, und links und rechts jeweils zwei Sitzecken. Wir nahmen Platz und sahen uns Videos von dem Austausch des vergangenen Jahres an. Es machte auch sehr viel Spaß, uns selbst als Nachrichtensprecher aufzunehmen.

Am Mittwoch ging es hinaus zum Segelzentrum in Qingdao, dort fanden 2008 die Olympischen Segelwettbewerbe statt. Es gab einen schönen Pier, den wir entlangspazierten. Bei tollem Sonnenschein konnten wir viele Fotos schießen.

Auch der nächste Tag bescherte uns einen interessanten Ausflug: diesmal ging´s in das Laoshan Gebirge zu einer bekannten Tempelanlage. Vor dem Eingang zu einem Wanderweg gab es einige Verkaufsstände mit Souvenirs und Glücksbringern. Beim ersten Stand wurden kegelförmige Bambushüte verkauft, die die chinesischen Bauern eigentlich zum Schutz vor der Sonne tragen. Jedoch waren die Jungs aus unserer Gruppe alle unglaublich fasziniert davon, sodass sich fast jeder letztendlich solch einen Hut gekauft hat. Den ganzen Tag trugen sie dann diese Hüte und hoben sich dadurch von der Menge ab, es war quasi unmöglich, sie zu verlieren!

Nach unserer Wanderung ging es mit dem Bus ans Meer zum Picknick und Strandspaziergang – bei herrlichem Wetter!

Der Freitag war unser letzter Tag an der Schule. Nach Unterrichtsbesuchen in unterschiedlichen Fächern erhielten wir eine Stunde Tai Chi – Unterricht am Sportplatz. Gar nicht einfach, so viele Details zu beachten!

Am Nachmittag bereiteten wir unsere Aktivitäten für den Abschiedsabend an der Schule vor, an dem die chinesischen Schüler ihr Können zeigten (Kampfkunst, traditioneller Tanz, traditionelle chinesische Musik, Modern Dance usw.). Am Schluss waren wir an der Reihe mit Liedern (Soku Baci, dem „roten Pferd“, Spiel (Eierlaufen) und erhielten viel Applaus. Das Abschlussessen fand in einem großen Hotel mit den Eltern, Lehrern und unseren Austauschpartnern statt. Wir speisten richtig gut und nach Dankesreden auf beiden Seiten sangen und tanzten die Austauschpartner ausgelassen. Wir beschlossen den Abend bei bester Laune natürlich mit einem Gruppenphoto.

 3 Tage in Peking

 Nach der Ankunft in Peking am frühen Nachmittag machten wir Bekanntschaft mit der Verkehrssituation dieser Stadt: ein Stau der sich über einige Stunden hinzog und unseren Aufenthalt im Sommerpalast leider erheblich verkürzte! Da wir dort angekommen nur ca. eine Stunde zur Verfügung hatten, konnten wir die Ausmaße des gewaltigen Geländes nur knapp umreißen. Dennoch vermittelte der Sommerpalast inklusive Sonnenuntergang am See uns ein schönes Beispiel der chinesischen Gartenkunst und Architektur.

Der nächste Tag führte uns zur Chinesischen Mauer: Die Mauer und die Aussicht waren fantastisch, das Panorama war fantastisch, doch leider machten uns die vielen Menschen zu schaffen: Überfüllung ist ja eher ungewohnt für uns! Viel weniger Menschen gab es hingegen dann bei den Ming-Gräbern, ein ruhiger, nicht stark besuchter Ort, der uns zum Verweilen einlud.

Auch der folgende Tag begann wieder sehr früh, um dem Morgenstau zu entgehen: Um 7 Uhr morgens brachen wir zur verbotenen Stadt auf. Dort angekommen staunten wir über die Menschenmassen, die Richtung Mao-Mausoleum zogen – noch viel mehr als an der Mauer!

Wir überquerten den riesigen Platz des Himmlischen Friedens (immerhin der größte Platz der Welt!), um unter den Augen Mao Zedongs in die verbotene Stadt einzutreten und sie zu besichtigen.

Nach einem - wie immer - üppigen Mittagessen besichtigten wir den Himmelstempel, den traditionellen Gebetsort des Kaisers und nahmen dann anschließend unser letztes chinesisches Abendessen ein, bei dem uns unsere sehr nette und großzügige chinesische Begleiterin Chenchong zwei Pekingenten spendierte – ein krönender Abschluss! Danach ließen wir bei einem geselligen Karaokeabend den famosen Chinaaustausch 2015 zufrieden ausklingen…und bestiegen am nächsten Morgen das Flugzeug nach Frankfurt.