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Eine China-Reise mit Hindernissen

Im Schuljahr 2011-2012 machten sich vom 18.10.2011-31.10.2011 zehn mutige Schülerinnen und ein noch mutiger Junge aus den Jahrgangsstufen 10 und 11 auf den Weg zu unserer Partnerschule in Qingdao, China. Ihre Reiseerlebnisse hat Corinna Rupprecht zusammengefasst.

 

Abreise:

Die Erkenntnis, die uns geblieben ist, ist folgende: Reisen ohne Probleme ist langweilig - langweilig war uns auf der Reise in das Land, in dem die Sonne aufgeht - tatsächlich nicht. Bereits am Nürnberger Flughafen stellten wir fest, dass man nicht unbedingt krampfhaft versuchen sollte, den Menschen durch die Maschine zu ersetzen! Nach einem erfolgreichen Kampf von Herrn Grießhammer gegen den Check-in-Automaten, konnte es losgehen – nach Amsterdam und anschließend ging es weiter nach Beijing.

 

Nach einer ungewöhnlich langen Busfahrt am Flughafen von Beijing zu unserem nächsten Terminal, blieb uns noch eine Stunde bis zum geplanten Abflug und entsprechend groß war die Panik vor dem Verpassen des Weiterfluges nach Qingdao.

Die Frau oder der Mann an unserem Check-in-Schalter war der Meinung, dass wir zum Gruppen Check-in-Schalter gehen sollten, obwohl wir alle einzeln einchecken wollten. Dieser Meinung waren wir natürlich nicht, aber da sich das Personal unverständig zeigte, schnappte jeder seine Tasche und wir zogen in Richtung Gruppen-Check-in, der gerade von einer Gruppe Senioren belagert wurde, die es irgendwie geschafft hatten ihr Gepäck durcheinanderzubringen, langsam aber sicher wurden wir nervös, denn irgendwie begann die Gruppe zu wachsen, anstatt weniger zu werden, und das Flughafenpersonal war diesem „Ansturm“ anscheinend nicht gewachsen. Irgendwann waren wir dann endlich an der Reihe, aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund konnten wir auch hier nicht einchecken, also wanderten wir wieder zurück zu unserem ursprünglichen Check-in-Schalter, aber auch hier, heftiges Kopfschütteln von allen, da der Schalter bereits geschlossen war. Flug verpasst?!

 

Was nun? Frau Brückmann bekam es durch ihr freundlich aber bestimmtes Auftreten dann doch noch irgendwie auf die Reihe, dass wir einchecken konnten und so fanden wir uns am Businessclass-Schalter wieder, dort fing das Chaos an: Da unsere Koffer nicht mehr auf dem normalen Weg zum Flugzeug gebracht werden konnten, mussten wir sie persönlich am Zoll abgeben, dort wurde sie dann natürlich erst einmal durchsucht, was dazu führte, dass einige von uns ihren halben Koffer ausräumen mussten. Da die Zeit drängte, war Eile geboten und so schleuste uns eine Frau des Flugpersonals durch die „Express Line“. Kaum hatten wir unser Handgepäck wieder gepackt wurden wir von Männern in eine Art „Golf Caddy“ gesetzt und dann ging es los, eine Fahrt quer durch den Flughafen zu unserem Gate. Dort wartete schon ungeduldig das Boardpersonal, das uns auch schon die Flugtickets und Taschen bzw. Jacken aus der Hand rissen und irgendwann saßen wir dann alle adrenalischwanger im Flieger.

 

Während des Fluges sank unser Adrenalinspiegel wieder und kaum waren wir gelandet, ging es auch schon weiter mit dem Bus zur Schule. Dort warteten bereits unsere Austauschschüler auf uns und jede Chinesin nahm unsere Namensschilder ins Visier, bis jede ihre Austauschpartnerin gefunden hatte (Jans Austauschpartner hatte nicht besonders viel Arbeit, es gab schließlich nur einen Jungen).

 

Bevor ich es überhaupt realisiert hatte, wurde ich schon in ein Auto verfrachtet und es ging los, da meine Austauschpartnerin unter der Woche wegen des langen Schulwegs im Internat wohnt, hatten wir einen sehr weiten Weg vor uns, über eine Stunde schlugen wir uns durch den Verkehr. Zwischendurch hielten wir an einem Restaurant, in dem wir Dumplings aßen.

Erschöpft von der langen Reise, fiel ich abends todmüde ins Bett.

 

Donnerstag:

Schulbeginn in Qingdao ist schon um 7:20 Uhr, deshalb beginnt mein erster Tag dort mit Hektik: Aufstehen um sechs, schnell fertigmachen, sofort ins Auto und auf geht's in den chaoti­schen Berufsverkehr. Auf der einstündigen Fahrt verschlingen Tong (meine Austauschpartnerin) und ich einen Burger von McDonald's (zum Frühstück sehr gewöhnungsbe­dürftig). An der Schule angekommen und in einem Raum abgeliefert, treffe ich dort meine deutschen Mitreisenden und komme endlich ein wenig zur Ruhe. Kein Wunder, dass Tong normalerweise im Internat wohnt.

Wir nutzten die kurze, freie Zeit um uns über die ersten Eindrücke in diesem doch sehr fremden Land auszutauschen.

Dann begann auch schon unser Programm mit einer Führung durch die Schule mit anschließendem Chinesisch-Unterricht. Danach hatten wir Mittagspause, bei der wir zuerst mit einem typisch chinesischen Schulessen verköstigt wurden und hinterher die freie Zeit zum Schlafen, Erlebnisse austauschen und Karten spielen nutzten. Nach 2 Stunden wurden wir zum Sportplatz gebracht, wo uns schon eine Sportlehrerin erwartete, um mit uns einen Tanz einzustudieren. Nach unserer Tanzstunde gingen wir sofort weiter zum Kalligrafie-Unterricht.

Um 17.20 Uhr wurden wir von unseren Austauschpartnern abgeholt. Wir hatten unseren 1. Schultag geschafft!

Meine Gast­eltern holten Tong und mich ab und luden uns in ein schickes Restaurant zum Peking-Ente-Essen ein. Hm, war das lecker. Nach dem Essen fuhren wir nach Hause, wo ich wieder hundemüde ins Bett fiel.

 

Freitag:

Mein Morgen lief wieder genauso ab, wie auch schon am Tag zuvor.

Wir waren gespannt, denn heute würden wir den normalen Schulalltag kennenlernen.

Als ich die Klasse betrat, begannen die Chinesen zu klatschen und mich lautstark zu begrüßen. Mei­ne Austauschpartnerin erklärte mir, dass sie alle aufgeregt waren mich zu sehen (was wohl eher dar­an lag, dass sie nicht häufig Europäer zu Gesicht bekommen und wir deswegen sehr interessant waren). Als für mich der Unterrichtsbesuch nach zwei Schulstunden endete, hatte ich festgestellt, dass sich der Unterricht in China sehr von dem in Deutschland unterscheidet. Ca. 50 Schüler sitzen in einem Klassenraum, trotzdem herrscht große Disziplin. Die Klassenzimmer sind technisch auf dem neuesten Stand (Computer im Pult, fest installierter Beamer und eine Überwachungskamera!)

Unser Programm setzte sich mit einem Vortrag über Kunst und Kultur in China fort.

Als es zur Mittagspause läutete, standen auch schon unsere Chinesen bereit, diesmal gingen wir mit ihnen essen. Die Chinesen nutzten die Chance, um jeden unsere Schritte aufmerksam zu verfolgen. Nachmittags ging's weiter zum Tai-Chi-Training. Wir absolvierten das Training eher schlecht als recht, aber sehr zur Belustigung der Chinesen.

Den Abschluss des Schultages bildete ein Treffen mit allen Austauschpartnern, wo ich endlich auch die anderen Chinesen kennenlernte.

Hinterher kehrten meine Familie und ich zum Abendessen in einem Fischrestaurant ein und machten danach noch einen kurzen Spaziergang am Meer mit Ausblick auf das Olympic Sailing Center.

Wieder zu Hause angekommen gab es schon wieder Essen (diesmal Früchte), bei dem ich meine Austauschpartnerin und ihre Mutter besser kennenlernte und mehr über den chinesischen Alltag er­fuhr. Dann war es auch schon Zeit zum Schlafen.

 

Samstag:

Auch am Samstagmorgen erwartete mich Hektik. Meine Austauschpartnerin erklärte mir kurz, dass wir heute um 7.20 Uhr in der Schule antreten müssten, weil sie an einer English Speech Com­petition teilnähme. Der Höhepunkt dieses etwas langweiligen Vormittages war für mich ein Interview, das ich dem Schulfernsehen gegeben habe.

Als der Wettbewerb beendet war, ging endlich das Wochenende los. Wir wurden abgeholt, diesmal nicht von meiner Gast­mutter, sondern von ihrer besten Freundin, ihrem Sohn und ihrer Nichte, die mich unbedingt kennen­lernen wollten.

Als erstes fuhren wir zu einem Tea House, wo mir gezeigt wurde wie chinesischer Tee (grü­ner Tee) traditionell gekocht und zubereitet wird.

Gleich im Anschluss, gingen wir Mittagessen, in dem schönsten und besten Restaurant, in dem ich je gewesen bin. Die Spezialität des Restaurants ist die „Kung-Fu Noodle“, ein kurzes Nudelstück, das durch Herumwirbeln in der Luft, was aussieht wie Kung-Fu, immer länger wird, am Ende wird es in den Kocher geworfen und fertig. Auch ich durfte einen Versuch starten, der mir allerdings miss­glückte, da die Nudel am Boden landete. Aber Spaß hatte ich auf jeden Fall.

Danach ging's weiter zu einem chinesischen Markt, um erneut etwas zu essen. Vollgestopft machten wir uns auf den Weg zu ei­nem Tempel, damit ich die Religion meiner Gastfamilie besser kennenlernte. Nach einer kurzen Besichtigung eilten wir zum Auto, um rechtzeitig zum Abendessen zu kommen. Wir fuhren in ein Restaurant, wo wir auch meine Gastfamilie trafen. Eigentlich war ich satt, den ganzen Tag hatten wir überall etwas gegessen, aber zu den nun aufgetischten Köstlichkeiten konnte ich nicht Nein sagen. Nachdem wir das Essen beendet hatten, wurden noch gefühlte 1000 Fotos gemacht. Dann durfte ich end­lich nach Hause, wo schon frische Früchte auf mich warteten. Erledigt vom vielen Essen, dachte ich, müde, wie ich war, ich könnte endlich ins Bett gehen. Da kam mein Gastvater mit der Nachricht: Wir gehen jetzt Schuhe kaufen! Ich glaubte, mich verhört zu haben, aber Tong erklärte mir, dass ihr Vater meine Schuhe nicht als klettertauglich empfand und ich daher neue Schuhe bräuchte, um den Sonntagsausflug auch genießen zu können. Aber nachdem ich ihnen meine anderen Schuhe gezeigt hatte, entließen sie mich ins Bett. Somit fiel ich um 22 Uhr erschöpft ins Bett.

 

Sonntag:

Heute war Ausschlafen angesagt. Fit, ausgeruht und in freudiger Erwartung auf das Klettern, saß ich um 9 Uhr im Auto. Mit Tongs Eltern, Tante und Onkel fuhren wir zum Ao'Shanwei, einem Berg, über den sich eine Tempelanlage erstreckt. Die Tante übernahm die Aufgabe eines Reiseführers. Alle fünf Minuten stoppten wir, um Fotos zu machen. Endlich kamen wir zum spannenden Teil. Wir waren zwar nicht klettern, sondern mussten uns durch Felsspalten zwängen oder durchrollen, was mir aber auch gefiel.

In einem Einkaufszentrum, wo wir auch zu Mittag aßen, verbrachten wir den Nachmittag mit Eislaufen.

Bei einer weiteren Tante bereiteten wir am Abend Dumplings zu. Da Tong und ich zu langsam waren, wurden wir bald aus der Küche verscheucht und unterhielten uns stattdessen mit ihrer Cousine. Beim Abendessen lernte ich dann noch die Oma und einen Onkel kennen. Damit kannte ich so ziemlich die ganze Familie, die in Qingdao wohnt. Wir hatten aber nur noch wenig Zeit, weil wir nach Hause fahren mussten, denn am nächsten Tag war ja wieder Schule.

Somit endete mein ereignisreiches Wochenende, aber ich war nicht die Einzige, die viel zu erzählen hatte, wie ich am nächsten Morgen feststellte.

 

Montag:

Diesmal war die Nacht schon um 5:30 Uhr zu Ende. Alles musste wieder schnell gehen. Wir mussten schon früher in der Schule sein, wegen der Flag-Raising-Ceremony, die jeden Montag stattfindet. Die ganze Schule steht versammelt, mit Musikkapelle und Fahnen. Alle stehen in geordneten Reihen. Eine Rede wird gehalten, und während die Hymne gesungen wird, wird die Flagge gehisst. Alles wird begleitet vom Schulfernsehteam, das aber nicht sehr interessiert an der Zeremonie schien, sondern eher an uns. Langsam aber hatten wir uns an die Aufmerksamkeit gewöhnt.

Nach der Zeremonie wurden wir gleich in einen Bus verfrachtet, der uns zum Laoshan Gebirge brachte. Dort angekommen, bestiegen wir auf nicht enden wollenden Treppen den Berg und erreichten den angepriesenen Wasserfall, welcher sich als Rinnsal entpuppte. Dies war aber leider nicht unser Endpunkt. Also erklommen wir noch die restlichen Treppen und besichtigten einen Tempel. Dann war unsere Zeit auch schon abgelaufen und wir mussten zurück zur Schule. An der Schule angekommen, setzte sich unser Programm mit chinesischer Musik fort. Mehrere Schüler spielten uns Instrumente vor, die wir später ausprobieren durften. Dann war Schulschluss und für meine Austauschpartnerin und mich ging's weiter in ein Tofurestaurant. Nach dem Essen fuhren wir nach Hause, somit endete ein weiterer ereignisreicher Tag.

 

Dienstag:

Am Dienstag war unser zweiter Unterrichtsbesuch vorgesehen, der wieder so ablief wie auch schon beim letzten Mal. Danach trafen wir uns im Zeichensaal, wo wir mit chinesischen Malutensilien (Pinsel und Tusche) malen durften. Als wir unsere Zeichnungen abgeschlossen hatten, gingen wir weiter zum Mittagessen. Nach dem Essen nahm mich meine Chinesin mit auf ihr Zimmer                   im Inter­nat. Ich war etwas verwundert, da sie dort zu acht in einem winzigen Zimmer schlafen müssen. Tong stellte mir ihre Mitbewohnerinnen vor, mit denen ich mich nur kurz unterhalten durfte, weil die Internatsschüler ihren Mittagsschlaf halten mussten.

Am Nachmittag bereiteten wir den Get-Together-Abend vor, mit Präsentationen zu Nürnberg und unserer Schule und dem Fliegerlied mit Tanz. Auch die Chinesen bereiteten etwas vor, von Hip-Hop bis Zeichnen war alles dabei. Der Abend wurde ein voller Erfolg.

Da uns die Schule zum Essen eingeladen hatte, fuhren wir alle zu einem Restaurant. Dort angekom­men aßen wir erst einmal zu Abend, danach wurden Reden von Frau Brückmann und einigen chi­nesischen Lehrern gehalten. Zum Abschluss überredeten uns unsere Austauschpartner, das Fliegerlied noch mal zu performen. Also führten wir das Fliegerlied mitten im Restaurant auf. Als Letztes wurde noch ein Gruppenfoto mit allen Familien geschossen und danach fuhren wir nach Hause.

 

Mittwoch:

Unser letzter Tag in Qingdao war angebrochen und wir Deutschen machten noch einen Ausflug. Wir fuhren als erstes mit dem Bus ins Tsingtao Beer Museum. Dort nahmen wir an einer Führung mit anschließender Bierprobe teil. Als wir fertig probiert hatten, fuhren wir auch schon weiter zu einem Haus eines deutschen Generals aus der Kolonialzeit. Für uns Deutsche war überraschend ein Haus zu sehen, dass man so in Deutschland auch finden würde.

Nachdem wir durch das Haus gelaufen waren, gingen wir Mittagessen in einem Dumplingrestaurant. Wir verspeisten unsere Dumplings und fuhren weiter auf einen chinesischen Markt, wo wir Zeit zum Shoppen hatten.

Dann war es auch schon spät und wir mussten zurück zur Schule. Dort angekommen holte mich meine Gastfamilie ab und wir fuhren zum Essen, wo wir noch mal die beste Freundin der Mutter mit ihrem Sohn trafen, weil sie sich von mir verabschieden wollten.

An diesem Abend kamen wir früher nach Hause als sonst. Dort angekommen aßen wir Eis und Früchte und ich bekam meine Abschiedsgeschenke. Sie hatten mir so viel geschenkt, dass meine Kleidung nicht mehr in meinen Koffer passte. Nachdem ich meine Schwierigkeiten beim Packen überwunden hatte, endete auch der letzte Tag in meiner Gastfamilie.

 

Donnerstag:

Ich stand früh auf, um noch den Rest zu packen, dann war es auch schon Zeit, sich von meinem Gastvater zu verabschieden. Weil er arbeiten gehen musste, konnte er uns nicht zur Schule begleiten. An der Schule angekommen verabschiedete ich mich auch von meiner Gastmutter.

Dann erwartete uns auch schon ein tränenreicher Abschied von unseren Austauschpartnern. Es dauerte ein bisschen, bis wir alle unser Gepäck eingeladen hatten, aber dann waren wir bereit für Peking.

It’s Beijing-time: Auf dem Weg zum Flughafen war es ziemlich still, alle waren müde und hofften sich während des Fluges ausruhen zu können.

Nach einem ereignislosen Flug standen wir vielen Guides gegenüber, darunter befand sich auch eine kleine Frau mit langen braunen Haaren, einer lilafarbenen Jacke, bestückt mit einem Katzenhandy. Sie schwang eine Art Fahne, an der ein Fisch befestigt war. Da das Glück auf unserer Seite war, stellte sich heraus, dass sie uns von nun an die nächsten Tage begleiten würde.

Auf dem Weg zum Bus (wir mussten ein bisschen Hin und Her laufen, denn unserer Reiseleiterin Annie war nämlich entfallen, wo genau sie den Bus hatte stehen lassen) lernten wir gleich den Grundsatz Nummer 1: „Follow the fish!“

 

Also begnügten wir uns damit, die nächsten Tage damit zu verbringen dem Fish zu „followen“.

 

Der Bus war für uns eigentlich zu groß, was aber auf der anderen Seite ziemlich praktisch war, schließlich konnten wir uns nach Lust und Laune ausbreiten, denn der nächste Irrtum stand bereits ins Haus bzw. in den Bus. Die meisten wünschten sich einfach eine halbe Stunde auf dem Hotelzimmer, um ein wenig schlafen zu können, da bei den meisten der Schlaf durch extrem frühes Aufstehen (bei mir fünf Uhr morgens, wegen der langen Anfahrt zur Schule) und sehr spätes Zubettgehen in den vergangenen Tagen oftmals zu kurz gekommen war, aber wir hatten alle weit gefehlt, es ging erst mal zum Mittagsessen.

 

Danach folgte Teil I des Mammutprogramms, wir besichtigten den Platz des himmlischen Friedens, gleich darauf wurden wir in die Verbotene Stadt geführt, welche sehr schön war, aber bereits nach drei Gebäuden, begann sich die Architektur zu wiederholen. Da Annies Englisch auf Dauer sehr gewöhnungsbedürftig und anstrengend wurde, nutzte ich die Zeit sinnvoll und klaute Herrn Grießhammers Peking-Führer und las das eine oder andere selbst nach. Er bekam ihn mit bestem Dank am Flughafen drei Tage später wieder zurück, auch hier noch einmal ein großes Dankeschön. Diese Aktion hatte leider zur Folge, dass Annie sich fortan um unsere Englischkenntnisse Sorgen machte und nun immer ein „understanda“ an jeden Satz hängte. Deshalb Grundsatz Nummer 2: Understanda alles.

 

Danach ging es in den Beihai-Park, während wir mit der Müdigkeit kämpften, bestand Annie darauf, dass wir die ganze Grünanlage anschauen sollten. Nach dem Abendessen ging es glücklicherweise ins Hotel und die meisten verschwanden sofort auf ihren Zimmern.

 

Am nächsten Tag - nach dem „breakfastda, breakfastda“, wie es Annie immer nannte - ging es zu unserem Leidwesen mit einem strengen Zeitplan weiter und zwar um 07:30 Uhr. Wir fingen mit dem Xiangshan Park an, in dem wir uns ohne Annie eine Stunde umschauen durften, es war ein sehr schöner Start in den Tag, da es auf Dauer ziemlich anstrengend war, die ganzen Zahlen und Fakten nicht durcheinanderzubringen. Nach der besagten Stunde ging es wieder zurück zum Bus und zum Summer Palace, dort liefen wir den berühmten Wandelgang entlang und betrachteten die Architektur, abschließend nahmen wir noch an einer Bootstour teil.

Die letzte Sehenswürdigkeit des Tages war der Temple of Heaven, der der Architektur der Verbotenen Stadt sehr ähnlich sah, hier wurde aber früher einmal jährlich für die gute Ernte gebetet.

Am Abend besuchten wir noch eine Kung-Fu-Show.

 

Am Samstag, den 28.01. und somit dem letzten Tag unserer Chinareise stand die „Große Mauer“ auf dem Programm, leider war eine zweistündige Busfahrt nötig, um diese zu erreichen und wir kamen in den großartigen Genuss gezwungen zu sein, Annies Ausführungen zu lauschen, sie war zwar eine super Touristenführerin, ihr Englisch war im Großen und Ganzen sehr verständlich, aber dennoch, ging uns das „Follow the fish“ allmählich auf die Nerven, des Weiteren hatte sie die schreckliche Angewohnheit alles doppelt und dreifach zu wiederholen, was dazu führte, dass sie uns zwei Stunden lang nahezu in Dauerschleife folgenden Satz erzählte: „You know – today we visit the Great Wall, the Great Wall, the Great Wall -  understanda!?“

Zwischendurch fing sie an von den vier Meisterwerken Chinas zu berichten, dabei verwechselte sie monkeyking mit monk bzw. traffic mit tragic.

 

Auf der großen Mauer, die wir selbst erkundigen durften, lernten wir eine Schüleraustauschgruppe aus Frankfurt kennen, die wir später am Flughafen wiedertrafen.

Danach folgte eine achtminütige Führung, durch eine Vasenkeramikherstellung, die die Cloisonné Technik anwendete, im Restaurant nebenan ging es dann zum Mittagessen.

 

Gesättigt und gestärkt folgte nun die letzte Etappe, die Minggräber, das Vogelnest bzw. der Wasserwürfel, bei beiden blieb leider nur kurz Zeit für ein Gruppenfoto, da ein Teil der Gruppe unbedingt noch shoppen wollte, wofür wir dann noch zwei Stunden Zeit bekamen.

 

Am nächsten Tag folgte die Heimreise und glücklich kamen wir – zwar verspätet – aber zufrieden am nächsten Abend in Nürnberg an.

 

China ist, so scheint es, das Land er unbegrenzten Möglichkeiten und selbst wenn unser Besuch leider schon wieder eine Weile her ist, war es eine wunderbare, unvergessliche Zeit, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Zu guter Letzt möchten wir uns im Namen aller Beteiligten bei Frau Brückmann und Herrn Grießhammer für die großartige Betreuung bedanken, die Unterstützung und das offene Ohr für alle Notlagen und Katastrophen in unseren Gastfamilien! Und um mit Herrn Grieshammer zu sprechen: „Ohne Sie wäre es schließlich halb so langweilig geworden!“

 

Follow the Fish!
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Himmelstempel
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May Forth Square
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Pagode in Qingdao
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Schlachtfeld nach dem Essen
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See in Laoshan Gebirge
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Unsere Gruppe vor dem bird's nest
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Wir sehen zum ersten Mal unsere Austauschpartner
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Liebesschloesser auch in China sehr beliebt
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Tägliches Joggen
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Unsere Kalligraphieübungen
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