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REISE NACH GALIZIEN Willstätter-Gymnasium, Nürnberg - I.E.S.Rafael Dieste, La Coruña April 2008

Von Mittwoch, 2.April bis Freitag, 11.April dauerte der nun schon dritte Aufenthalt unserer Spanischschüler vom Willstätter-Gymnasium in La Coruña im Nordosten Spaniens. 10 Tage Spanien, die mit großer Hitze und intensivem Sonnenschein begannen und mit Dauerregen und kühlen Temperaturen weitergingen, bevor das Wetter endlich ein Einsehen hatte und uns wenigstens einen sonnigen Abreisetag bescherte. 10 Tage Spanien, die uns allen viele neue und unerwartete Eindrücke und Erlebnisse bescherten: von künstlerisch interpretierter Lesung in der Schule, höllischem Verkehrslärm in der Stadt, der obligatorischen Tortilla am Abend, dem erstaunlich familiären Umgangston mit den spanischen Lehrern, aber auch dem Aussperren vom Unterricht bei Verspätung, einem deprimierend verregneten (und kalten!) Santiago de Compostela bis zum sommerlichen Strandausflug oder gar einem Segeltörn in der Ría von La Coruña war alles möglich.

Unser umfangreiches und abwechslungsreiches Progamm ermöglichte die umfassende Schau einer der geographisch entferntesten Regionen Spaniens, wo die Freundlichkeit und Offenheit der Bewohner, das selten abebbende Leben auf den Straßen, die abwechslungsreiche (Küsten)Landschaft sowie die Reichhaltigkeit der traditionellen und modernen Gastronomie nicht nur den begleitenden Lehrerinnen den Abschied am Ende schwer machten.

Unser Programm:

Mittwoch, 2.4.2008

Abflug Nürnberg, Zwischenlandung in Palma de Mallorca, Weiterreise nach Santiago. Ankunft 17.00Uhr. Weiterfahrt mit dem Bus (und 20 singenden spanischen Schülern) nach La Coruña.

Donnerstag, 3.4.2008

Unterricht. Nach der ersten Pause Stadtführung für die deutschen Schüler. Beeindruckend vor allem der Fischmarkt. Verkäuferinnen halten gutgelaunt die schönsten Exemplare unter die Nase staunender Ausländer, während das Regionalfernsehen uns deutsche Touristen interessiert mit der Kamera verfolgt. Am Samstag können wir uns im Fernsehen bestaunen.

Zum Unterrichtsende (2.10) treffen sich deutsche und spanische Schüler wieder, um zum Mittagessen nach Hause zu gehen. 16.30 beginnt der zweite Teil der Stadtführung, diesmal in der Altstadt. Herrliches Wetter, Sonnenschein und Hitze, umgeben von azurblauem Meer: so entspricht aum Galizien unserem Spanienbild.

Freitag, 4.4.2008

Nach 2 Stunden Unterricht spazieren wir auf den Monte San Pedro, am Eingang zur Bucht von La Coruña gelegenem Aussichtspunkt und Park. Vom Mirador aus bietet sich eine herrliche Aussicht auf die Küste und die Stadt.

In der Schule angekommen sind wir Gäste einer literarisch-musikalisch-künstlerischen Lesung einiger Gedichte Fernando Pessoas, einem portugiesischen Dichter, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 120. Mal wiederholt. Einige unserer spanischen Austauschschüler sind am Vortrag beteiligt.

Samstag, 5.4. und Sonntag, 6.4.

Die Schüler verbringen das Wochenende bei ihren Austauschpartnern. Manche fahren an die Küste, andere bleiben in der Stadt, um einen Stadtbummel zu machen oder auch dem Strand in der Stadt einen Besuch abzustatten.

Montag, 7.4.2008

Der Wetterbericht hat es vorausgesagt, und so kommt es auch: der Himmel verdunkelt sich während wir einen gemeinsamen Ausflug entlang der Küste zu den Stränden von Traba und Laxe unternehmen. Die Temperaturen sind deutlich gesunken, und vom Wasser weht uns ein kräftiger Wind entgegen. Die Landschaft ist bei diesem Wetter nicht weniger beeindruckend: nahezu unbebaute Strände mit ausgedehnten Dünen, hohe Wellen, zwischendurch steil herabfallende Felsen und einzelne Fischer, die die Muscheln von den Felsen abernten. Von der Ölpest, die durch das Sinken der Prestige verursacht wurde, finden wir nur an ganz unzugänglichen Stellen einzelne Reste.

Nach einer Mittagspause im kleinen Fischerort Laxe beginnt es Punkt 14.30 in Strömen zu gießen; wir retten uns in den Bus und kürzen das Programm auf den Besuch eines der ältesten Pazos (gall. für palacio, Palast eines Adligen) Galiziens, indem eine kleine ethnographische Ausstellung zum früheren Leben der Landbevölkerung zu sehen ist. Die Horreos, die überall in Galizien zu sehen sind, sind auf Stelzen stehende aus Granit erbaute Speicher für den in Galizien häufig angebauten Mais. Die Lüftungsschlitze im Gestein verhindern das Verderben der Maiskolben im feuchten Klima Galiziens, und die runden Platten am Ende der Säulen verstellen den Mäusen und anderem Ungeziefer den Zugang.

Dienstag, 8.4.2008

Heute regnet es immer noch in Strömen. Wir begeben uns zum Aquarium, indem man nicht nur in großen Becken schwimmendes Meeresgetier betrachten kann, sondern auch verschiedene Perlen und Muscheln sehen und Seesterne und Seeigel (Aua!) anfassen darf. Am Nachmittag steht das Museo del Hombre Domus auf dem Programm. Einige unserer Schüler können auch an einem kurzen Sezierkurs (Herz oder Auge?), der zufällig gerade angeboten wird, teilnehmen, bevor sie sich wie die anderen mittels verschiedener kleiner Experimente und interaktiver Versuche durch die Ausstellung arbeiten.

Mittwoch, 9.4.2008

Drei Reisebusse mit 150 spanischen 9.Klässlern und 40 Austauschteilnehmern begeben sich in Richtung Santiago de Compostela. Es regnet. Und es ist kalt.

Wie kalt es ist, wird uns allen während der Besichtigung der Kathedrale, dem anschließenden Besuch des Museums der Kathedrale, und dem darauffolgenden Besuch der Kirche San Martín bewußt. Es regnet immer noch. Doch obwohl es in Santiago noch viele andere Kirchen gibt, werden wir unvermittelt in die Freiheit entlassen, und können die Altstadt auf eigene Faust erkunden. Um halb sechs steigen 200 durchgefrorene Schüler und Lehrer in die bereitstehenden Busse, um die Heimreise anzutreten.

Donnerstag, 10.4.2008

Unser letzter Tag. Statt des Leuchtturmes Hércules, der als der älteste noch in Betrieb stehende der Welt gilt, besuchen wir wegen des schlechten Wetters lieber eine Ausstellung der Fundación Caixa Galicia (Kleider des Modeschöpfers Yves Saint Laurent und Originale der Künstler, die ihn zu bestimmten Zeitpunkten dazu inspirierten: Mondrian, Lichtenstein, Matisse, Goya, Picasso, Braques usw.). Zurück zur Schule, um die Austauschpartner zu treffen.

Der Nachmittag ist heute frei, denn morgen werden wir schon die Heimreise antreten, und das eine oder andere Souvenir muss unbedingt noch besorgt werden.

Freitag, 11.4.2008

Im Museo de Bellas Artes sehen wir uns eine interessante Ausstellung über die Architektur in Ost- und Westdeutschland nach dem Ende des 2.Weltkrieges an. Unsere Koffer erwarten uns schon, als wir bei strahlendem Sonnenschein in die Schule zurückkommen. Ebenso unsere Austauschpartner, die den Unterricht früher verlassen durften, um sich von ihren Gästen zu verabschieden. Trostlosigkeit macht sich breit: der Austausch ist an seinem Ende angekommen, und die Tränen fließen. Nur unsere Jungs bleiben cool, und so steigen wir in den Bus, der uns in einstündiger Fahrt nach Santiago zum Flughafen bringt.

Vielleicht sehen wir ja einige der spanischen Schüler im nächsten Jahr wieder, wenn wir hoffentlich wieder Besuch aus La Coruña erhalten!

OStRin Eva Schübel-Vogel



ESPAÑA (PLAZA)
ESPAÑA (PLAZA)
Fischmarkt
Fischmarkt
Altstadthäuser
Altstadthäuser
GRUPPENFOTO IM CASCO VIEJO von LA CORUÑA
GRUPPENFOTO IM CASCO VIEJO von LA CORUÑA
 
 
MIRADOR auf dem Monte San Pedro
MIRADOR auf dem Monte San Pedro
Cañón im Parque San Pedro
Cañón im Parque San Pedro
Beim Einkaufsbummel entdeckte Torte
Beim Einkaufsbummel entdeckte Torte
 
 
 
Küste bei Traba; Laxe
Küste bei Traba; Laxe
Pazo
Pazo
Horreo
Horreo
Domus
Domus
Blick auf La CORUÑA vom MUSEO DEL HOMBRE
Blick auf La CORUÑA vom MUSEO DEL HOMBRE
EL PÓRTICO DE LA GLORIA
EL PÓRTICO DE LA GLORIA
HAUPTSCHIFF DER KATHEDRALE von SANTIAGO DE COMPOSTELA
HAUPTSCHIFF DER KATHEDRALE von SANTIAGO DE COMPOSTELA
in der CAFETERIA der Schule
in der CAFETERIA der Schule