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Chile 2008

Bericht von Alexandra Schwan: Chile 2008

Deutsche Schule in Viña del Mar
In der Atacama Wüste
Beeindruckende Wasserfälle

Letztes Jahr im Sommer war es endlich soweit, Anfang Juli begab ich mich auf die Reise nach Chile. Im Januar 2008, als ich gerade in der 11.Klasse war, habe ich die Bestätigung für meinen Austausch über die Schule erhalten. Insgesamt verbrachte ich 10 Wochen in Vina del Mar. Diese Stadt liegt ca. 112 km westlich von der Hauptstadt Santiago direkt am Meer. Die Nachbarstadt von Viña ist Valparaíso. Diese Stadt steht im kompletten Gegensatz zu Vina und ist leicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Für die Zeit des Austausches war ich in dem Haus meiner Gastfamilie untergebracht. Meine Gastschwester heißt Giuliana, sie ist 17 Jahre alt und geht auf die Deutsche Schule in Valparaiso. Giuli wurde von klein auf zweisprachig erzogen und hatte schon im Kindergarten Deutschunterricht. Giuli hat eine größere Schwester, die ebenfalls sehr gut deutsch spricht und auch schon an einem Austausch nach Deutschland teil genommen hat. Ich besuchte während diesen 10 Wochen mit vielen anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland die Schule in Valparaíso. Dort lernte ich schnell andere Deutsche kennen, mit denen ich am Unterricht teilnahm. Wir sind täglich 6 Stunden in die Schule gegangen. Wir wurden einer Klasse zugeteilt und haben die chilenischen Schüler bei ihrem Unterricht begleitet. Es gab auch für alle Deutschen einen extra Spanischunterricht in dem man, an das jeweilige Spanischniveau angepasst, viele Übungen und Spiele auf Spanisch machte. Die Nachmittage hatten wir immer frei und konnten sie selbst gestalten. Es gibt viele verschiedenen Möglichkeiten sich in Viña die Zeit zu vertreiben. Zum Einkaufen gibt es eine riesige Mall mit unzähligen Geschäften. An sonnigen Tagen kann man die freien Nachmittage auch an dem schönen Strand von Vina verbringen oder man schlendert durch die kleinen Stände an der Strandpromenade. In Viña und Valparaíso gibt es viele schöne kleine Häuser und Museen, die es auf jeden Fall wert sind, besucht zu werden. Das Museum „ Museo Naval y Marítimo“ zum Beispiel ist ein altes, aber sehr liebenswertes Marine- und Meeresmuseum in der ehemaligen Seefahrtschule. Außerdem ist der Fischereihafen in Valparaiso und die „Ascensores“, die sogenannten „Aufzüge“ mit denen man von der Unterstadt in die Oberstadt von Valparaíso gelangt und von dort aus man einen fantastischen Blick über die gesamte Bucht hat, sehenswert. Von der Schule aus wird auch eine Tour in den Norden von Chile angeboten. Man fährt mit einer Gruppe von Deutschen für 10 Tage in den Norden, besucht die verschiedensten Städte, wie Iquique, Calama und San Pedro de Atacama. In diesen Städten gibt es eine Menge zu sehen. Die spektakulärsten Ziele sind die Tatio-Geysire, der Salar de Atacama, ein riesiger Salzsee an dem viele Flamingos ihr Zuhause haben, das Valle de la Luna, das sogenannte Mondtal, in dem man den autemberaubenden Sonnenuntergang von einer Düne aus beobachten kann und Humberstone, eine alte verfallene Geisterstadt aus der Salpeterzeit. Im Norden wird auf kleinen Märkten von vielen Händlern auch „Artesania“, Kunsthandwerk, angeboten. Dort kann man zu niedrigen Preisen schöne Souvenirs für Familie und Freunde erstehen, wie zum Beispiel Pullover aus Alpakawolle, Holzspielzeug, Schmuck usw.. Der Norden ist landschaftlich das genaue Gegenteil zu der Mitte von Chile. Man fährt durch steinig-staubige, graugelbe, manchmal rötlich glitzernde Wüste. Auf der Ostseite kann man die schneebedeckte Andenkette erkennen. Es gibt nichts anderes außer Sand, Staub und Geröll wohin das Auge reicht. Im Norden ist es auch möglich viele verschiedene Tierarten zu sehen. Alpakas, Lamas und Vicunas tummeln sich in den Hochebenen, viele verschiedene Vogelarten leben in den bitterkalten, aber glasklaren Lagunen und wenn man ganz viel Glück hat, kann man auch schon mal einen Wüstenfuchs entdecken. Dieser Austausch war ein wirklich besonderes Erlebnis. Die chilenische Kultur ist sehr anders als die Deutsche, aber alle Chilenen sind sehr freundlich und hilfsbereit, vor allem wenn sie wissen, dass jemand aus Deutschland kommt. Chile ist ein sehr entwickeltes Land und sehr an Deutschland orientiert. Man findet durchaus viele Produkte aus Deutschland in den chilenischen Supermärkten, wie zum Beispiel Nutella, Milka-Schokolade oder Sachertorte. Der deutschen Schule in Valparaíso ist das Wohlbefinden der deutschen Gastschüler sehr wichtig, deshalb gibt es auch eine Betreuungslehrerin vor Ort, die schon jahrelang diesen Austausch zwischen Chile und Deutschland organisiert und sich immer um die deutschen Austauschpartner kümmert. Fast die komplette 11. Jahrgangsstufe der deutschen Schule in Valparaiso nimmt an dem Austausch teil. Die Gasteltern werden auf die Situation mit den deutschen Gastschülern vorbereitet. Es kann zwar sein, dass die Gasteltern kaum oder gar kein Deutsch verstehen, aber die chilenischen Schüler können alle Deutsch und somit ist es nicht sonderlich schwer sich auch mit wenig Spanischkenntnissen in Chile zu verständigen.Alles in allem, war dieser Austausch eine sehr große positive Erfahrung in meinem Leben. Ich habe meine Spanischkenntnisse sehr verbessert und habe viel über die chilenische Kultur gelernt. Diese 10 Wochen in Chile sind so schnell vergangen, dass ich auf jeden Fall in ein paar Jahren wieder rüberfliegen werde um noch mehr von diesem spannenden Land zu sehen. Ich kann nur jedem raten, die Chance, an einem Austausch mit Chile teilzunehmen, um seine Spanischkenntnisse zu verbessern und die chilenische Kultur kennenzulernen.

Alexandra Schwan

Nürnberg 2009

Bericht von Guiliana Capone: Nürnberg 2009

Alexandra und Guilina im Atriumhof des Willstätter Gymnasium

eses Jahr habe ich am Austausch mit dem Willstätter-Gymnasium in Nürnberg teilgenommen. Ich habe mich entschieden den Austausch zu machen, weil es in unserer Schule in Viña del Mar, Chile, eine Tradition ist. Seit meiner Kindheit bin ich zweisprachig aufgewachsen und wollte nun meine Deutschkenntnisse in Deutschland noch mehr verbessern. Meine deutsche Schule in Chile ist aber überhaupt nicht mit der Schule hier in Nürnberg zu vergleichen. In Chile ist die deutsche Schule vom Kindergarten an, bis zum Abitur durchgängig, im Gegensatz zum Willstätter. Außerdem feiern wir an der Schule die deutschen Traditionen, wie zum Beispiel Ostern, Tag der deutschen Einheit und Nikolaus. Des Weiteren haben wir jeden Tag Nachmittagsunterricht. Viele Lehrer an meiner Schule haben auch gute Deutschkenntnisse, da sie vorher schon an anderen deutschen Schulen Erfahrung gesammelt haben. Ein wesentlicher Unterschied zum Willstätter ist, dass wir in Chile alle Schuluniformen tragen müssen. Die Mädchen tragen graue Röcke und weiße Polo-Shirts und die Jungen tragen graue Hosen und weiße T-Shirts. Für den Winter gibt es rote Pullover zum anziehen. Ich habe während der 3 Monaten hier in Deutschland viele schöne Eindrücke vom Land und von den verschiedenen Städten gewonnen. Was mich am meisten von Deutschland beeindruckt hat, ist die deutsche Ordnung, wie zum Beispiel die Busfahrpläne oder die Organisation der Tagesabläufe. Während der Zeit in Deutschland habe ich mir Hamburg, Berlin, Braunschweig, München und Heidelberg angesehen. Die gut erhaltene, alte Architektur der Bauwerke hat mir sehr gut gefallen. In Nürnberg habe ich den Christkindlsmarkt besucht und habe sogar das Christkind gesehen. So etwas gibt es in Chile überhaupt nicht, deshalb war es sehr beeindruckend. Da wir Weihnachten in Chile im Sommer feiern war es ganz anders Weihnachten im Winter und in der Kälte zu feiern. An meiner Gastschule habe ich mich wohl gefühlt, da jeder sehr offen und freundlich war. Meine Klassenkameraden haben mich immer unterstützt und sich um mich gekümmert. Bevor ich nach Deutschland gekommen bin, hatte ich keine großen Erwartungen was alles passieren wird, denn es war alles ganz neu. Im Nachhinein habe ich mich aber sehr wohl gefühlt und mir hat Deutschland sehr gut gefallen. Nach 3 Monaten hier in Deutschland habe ich meine Sprachkenntnisse verbessern können und habe viele neue Eindrücke bekommen, deshalb hat sich der Austausch sehr gelohnt. Ich möchte bald mal wieder nach Deutschland reisen, um noch mehr von dem Land und den Leuten kennen zu lernen.

Giuliana Capone, chilenische Gastschülerin am Willstätter-Gymnasium