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Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

Jedes Jahr besuchen die 9. Klassen des Willstätter-Gymnasiums die KZ-Gedenkstätte Dachau im Rahmen der Projekttage.
Am Mittwoch, den 30.01.13 um 7.30 Uhr ging die fast zweistündige Busfahrt nach Dachau, einer großen Kreisstadt in der Nähe von München, los. In der Stadt angekommen, waren viele verwundert, wie unscheinbar diese Stadt schien. Noch mehr verwundert waren wir, als man uns sagte, wir wären angekommen, denn das KZ lag nicht allzu weit weg von den Wohngebieten. Auf dem Tor zu dem KZ-Gelände sahen wir die uns bereits bekannte Aufschrift „Arbeit macht frei“ , und als wir uns auf dem Appellplatz versammelten, teilte man uns unsere Guides zu. Der uns zugeteilte, ältere, nette Mann mit dem Regenschirm ist Geschichtslehrer an einer Dachauer Schule, der sich die Zeit genommen hatte, um uns durch das Konzentrationslager zu begleiten. Zunächst führte er uns in eine Baracke, wo wir Vieles erfuhren, was wir schon wussten, wie beispielsweise die Errichtung des KZ's im Jahr 1933 durch den Reichsführer-SS Heinrich Himmler und dass Dachau als „Musterlager“ für andere Konzentrationslager gedacht war. Doch die wirklich interessanten Sachen, die man im Geschichtsunterricht nicht begreift oder nicht anspricht,- wie beispielsweise die Angst und Verzweiflung der Häftlinge oder die damaligen hygienischen Bedingungen oder die strengen Regeln der KZ-Aufseher, aber auch die Konflikte, die zwischen den Häftlingen entstanden sind - konnte uns nur der Mann mit dem Regenschirm schildern, denn er hatte persönlich mit ehemaligen Häftlingen gesprochen und konnte von daher sehr überzeugend und nachvollziehbar vermitteln, welche Umstände in den Baracken zu dieser Zeit herrschten.
Anschließend sahen wir uns die Gedenkkappellen an, gefolgt von dem schlimmsten Teil der Führung - dem Krematorium oder der „Baracke X“. Zwar war Dachau kein Vernichtungslager, dennoch kamen dort über 41.000 Häftlinge um. Gründe dafür waren wie bereits angemerkt die hygienischen Bedingungen, die hohe Selbstmordrate, Tod durch Krankheit und Unterernährung oder Fluchtversuche. Nach dem Besuch des Krematoriums durften wir uns selbst überall umsehen - zum Beispiel im Wirtschaftshaus oder in den Einzelzellen, und uns eine eigene Meinung bilden. Die letzte Etappe unserer Führung war ein kurzer Dokumentationsfilm über das KZ. In erster Linie war dieser Besuch sehr aufschlussreich aber auch ein wenig schauderhaft.
„Wer sich der Vergangenheit nicht erinnert, ist verdammt, sie noch einmal zu erleben“- George Santayana

Kristina Nuss, 9b