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Da steppt der Bär!

Studienfahrt der 10. Jahrgangsstufe nach Berlin (21. bis 25. Februar 2011)

 
 
 
 
Montag, 21.02.2011: Hinfahrt und Stadtführung

 

 

 

Nachdem wir um ca. 7.20 Uhr im kalten Nürnberg losgefahren waren, kamen wir nach knapp sechs Stunden Fahrt mit einer Pause und zwei Filmen im kalten, aber sonnigen Berlin an. Die frostigen Temperaturen sollten uns die gesamte Woche über begleiten. Nach einer kurzen Ansprache des stellvertretenden Leiters des Meininger Hotels „Am Hauptbahnhof“ durften wir unsere Zimmer beziehen. Als alles ausgepackt war, trafen wir uns in der Hotelhalle, um uns auf den Weg zum Treffpunkt für unseren ersten Programmpunkt, der Stadtführung, zu machen.

 

 

Fest eingepackt und neugierig auf Berlin starteten wir nun. Da es unserer Stadtführerin genauso kalt war wie uns, erzählte sie uns des öfteren wichtige Details zur preußischen Geschichte, aber auch zu Spuren der NS-Zeit und DDR-Zeit in verschiedenen warmen Gebäuden. Wir sahen den Preußischen Landtag, besuchten die Ausstellung „Topographie des Terrors“ und die U-Bahn-Station Mohrenstraße, die die Sowjets mit Nazimarmor ausgestalten ließen.

Nach zwei Stunden kehrten wir ins Hotel zurück, um zu Abend zu essen. Danach blieb uns noch etwas Zeit, die einige nutzten, um Billard zu spielen, während andere das Berliner Nachtleben erkundeten. Etwas erschöpft gingen dann alle ins Bett, um Kraft für den nächsten Tag zu schöpfen.

Katja Kölbl und Svenja Merkel (10b)

Dienstag, 22.02.2011: Bundestag und Kabarett-Theater „Distel“

 

Am Dienstag stand der Besuch des Deutschen Bundestages auf dem Programm. Da uns bis zu unserem Termin mit MdB Gloser noch etwas Zeit blieb, führte uns unser Weg zunächst zum Brandenburger Tor und anschließend zu den Stelen des Holocaust-Mahnmals.

 

 

Anschließend trafen wir im Paul-Löbe-Haus, in welchem sich unter anderem die Ausschüsse des deutschen Bundestages befinden, Herrn Gloser (SPD) aus Nürnberg, ein Mitglied des Bundestages. Er schilderte uns den Tagesablauf eines Abgeordneten und Ausschussmitglieds und beantwortete im weiteren Verlauf unsere Fragen. Als Maghreb-Experte konnte er uns dabei besonders gut über die aktuellen Entwicklungen in Nordafrika Auskunft geben. Mittagessen durften wir im Besucherrestaurant des Hauses mit Blick auf die Spree.

 

 

Anschließend wurden wir in das Reichstagsgebäude geführt. Der Vortrag im Plenarsaal über die Geschichte des Bundestages, die parlamentarische Arbeit und die Architektur des Hauses war sehr informativ. Zum Abschluss fuhren wir mit dem Aufzug zur Kuppel hinauf, von der wir einen faszinierenden Blick über Berlin hatten.

 

 

Am Abend dann war Kultur angesagt.

 

 

 

Eine kleine Tür an der Friedrichsstraße, rot geschrieben, in leuchtenden Lettern der Name des Kabarett-Theaters: „Distel“. Eigentlich ziemlich unscheinbar in dieser großen Straße, insgesamt eher klein und schlicht gehalten, aber sehr gut besucht. „Sechs And The City“ ist ein kunterbuntes Kabarett-Theater, bei dem man quer durch Zeit, Lebensstil und Kultur reist und den Zusammenhängen und Entwicklungen vom Mittelalter über den Nationalsozialismus, dem Leben in der DDR und dem Mauerfall bis zur Gegenwart auf die Spur kommt und sogar einem Ausblick auf die Zukunft der Stadt erhält. Dem Publikum wird im Laufe des Stücks auf amüsante, teils sarkastische Weise zu verstehen gegeben, wie stark unsere Vergangenheit auch die Gegenwart und die Zukunft von uns allen beeinflusst. Mit bunten Kostümen, fröhlichen Liedern und einer schön inszenierten Story konnten die Schauspieler sämtliche Zuschauer für sich begeistern und alle behielten den Abend in guter Erinnerung.

Lidia Piechulek (10b)

Mittwoch, 23.02.2011: Technikmuseum und Gedenkstätte Deutscher Widerstand


Von 10:00 bis 12:45 Uhr besuchten wir das Deutsche Technikmuseum und das Science Center Spektrum in Berlin.

Im Technikmuseum faszinierte einige die Dauerausstellung „Der erste Computer – Konrad Zuse und der Beginn des Computerzeitalters“ am meisten, weil es sehr überraschend war, dass die ersten Computer der Welt in Berlin gebaut wurden, so dass man sogleich mehr über die Geschichte des Computers erkunden wollte . Aber auch die Ausstellungen zu Papiertechnik und Schreib- und Drucktechnik boten einen interessanten Einblick in die Technikgeschichte.

Im Science Center Spektrum gab es viele Experimentierstationen aus zehn verschiedenen Themenbereichen, an welchen jeder verblüffende Phänomene entdecken konnte. Angefangen mit etwas bekannteren optischen Tricks bis hin zu komplizierten Versuchen zur Elektrizitäts- und Wärmelehre, gab es für jeden Geschmack mindestens eine Station. Dabei konnte man viele neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu Themen, die im Unterricht nicht gesondert behandelt werden können, aber durchaus aussichtsreich sind, sammeln, und die Zeit verflog schnell.


 

Nach dem Museumsbesuch blieb uns etwas Zeit, weiter die Stadt in Gruppen zu erkunden.


Stella Brytanchuk (10e)

Am Nachmittag stand dann die Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“ auf dem Programm. Prompt fanden wir uns im Gebäude des Verteidigungsministeriums wieder. Nachdem alle Jacken verstaut waren, sammelten wir uns in einem Saal ein. Zwei Mitarbeiter des Museums begrüßten uns freundlich.

Auf eine Bitte hin erfuhren wir etwas über zwei weniger bekannte Widerstandskämpfer, die sich gegen Hitlers Regime gewandt hatten. Beide hatten schon früh erkannt, dass Hitler für einen Krieg rüstete und versuchten auf komplett unterschiedliche Weise, dies publik zu machen bzw. es zu verhindern.

Den größten Eindruck machte auf uns jedoch das allgemein bekannte Attentat auf Hitler von Stauffenberg und seinen Verbündeten, denn es verbindet sich mit der Historie des Hauses: Genau an diesem Ort war vieles geplant und entscheidende Telefonate getätigt worden. Allerdings wurde es auch Schauplatz der anschließenden Hinrichtung Stauffenbergs und einiger seiner Mitstreiter.

Der Abend stand frei zur Verfügung, so dass sich Grüppchen mit unterschiedlichen Zielen bildeten. Wir sind zum Kulturkaufhaus Dussmann gefahren, einem Gebäude voller Musik, Bücher, Hörbücher, DVDs, etc. Man konnte alles Probehören oder -lesen. Genial!

Carola Fischer, 10e

 

 

Donnerstag, 24. Februar 11: Gedenkstätte Hohenschönhausen (Stasi-Gefängnis) und Alte Nationalgalerie

 

 

Am Donnerstag, dem vierten und somit letzten Tag, besuchten wir das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Gemeinsam schauten wir uns die Dokumentation „Zentrale des Terrors“ an, die uns auf die darauffolgende Führung vorbereitete und bereits von einigen Häftlingsinsassen und deren Erfahrungen berichtete. Danach begannen die Führungen. Jede Klasse hatte das Glück von einem Zeitzeugen durch die Gedenkstätte geführt zu werden.

 

 

Das Gelände umfasst eine ehemalige Großküche, die in den 1950er Jahren als Untersuchungshaftanstalt diente, einen dreistöckigen Gefängnisbau (Neubau), ein Haftkrankenhaus des Staatssicherheitsdienstes, einen Garagentrakt für die Fahrzeuge der Beschäftigten, drei Wachtürme und eine vier Meter hohe, mit Stacheldraht umzäunte Mauer.


Der Altbau, der in den 50er Jahren benutzt wurde, umfasst mehrere Massenzellen, aber auch einige Einzelzellen, die nur mit einer Holzpritsche und einem Holzkübel ausgestattet sind. Die Zellen befinden sich unter der Erde, sind fensterlos und eng. Nachdem uns diverse Foltermethoden erklärt wurden, gingen wir zum Neubau. Wir verließen damit die physische Gewalt der 1950er Jahre und wanden uns den in den 60er Jahren eingeführten raffinierten psychologischen Foltermethoden zu.


Der Neubau ist mit 103 Zellen und 120 (!) Verhörräumen ausgestattet. Für die Erläuterung der Verhörmethoden blieb nicht mehr viel Zeit, da die 2 1/2 Stunden schon längst überschritten waren.


Am 3. Oktober 1990 wurde die Haftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen geschlossen.

Seit 1994 ist sie eine Gedenkstätte.


Jana Lukas (10a)

 

 

Anschließend fuhren wir von Hohenschönhausen zu den Hackeschen Höfen und von dort liefen wir zur Museumsinsel. Hier befindet sich die Alte Nationalgalerie. Bevor wir uns in das imposante Gebäude begaben, erklärte uns der Kunstlehrer Herr Saal kurz etwas über die Architektur des Bauwerks. In der Galerie wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die einen sich die Gemälde und Skulpturen anschauen konnten, bekamen die anderen im dritten Stock eine kleine Führung von Herrn Saal. Er erklärte etwas zum Malstil und den Bildern von Caspar David Friedrich.

 

 

Wir bewunderten die Bilder der unterschiedlichen Epochen. Etwas, das sofort auffällt, wenn man die Alte Nationalgalerie betritt, ist die „Prinzessinnengruppe“ von Schadow, eine Skulptur, die Prinzessin Luise und ihre Schwester Friederike darstellt. Manchen von uns kam sie aus dem Kunstunterricht bekannt vor. Im Treppenaufgang hingen große Bilder, bei denen wir uns fragten, wie die Künstler hier den Überblick behalten konnten, damit die Proportionen stimmig blieben.

Es war schön, dass wir die Gelegenheit hatten, die Alte Nationalgalerie zu besichtigen, denn es war eine gute Abwechslung zu den Gedenkstätten, die wir besuchten. Ich glaube, nach der beeindruckenden Führung durch die Stasi-Gefängnisse hätten wir es nicht verkraftet, uns noch einmal mit der näheren deutschen Geschichte zu befassen.

Annika Pohlmann (10b)

 

 

m Donnerstagabend konnten wir uns zwischen dem Theaterstück „Soldaten“ von Jakob Michael Reinhold Lenz und dem Theaterstück „Schnee“ von Orhan Pamuk entscheiden. Ca. 45 SchülerInnen und vier Lehrkräfte entschieden sich für „Soldaten“.

Gespannt fuhren wir zur Volksbühne. Keiner wusste, was uns erwarten würde, mit dem Titel „Soldaten“ assoziierten viele ein Kriegsgeschehen o.ä., doch was wir zu sehen bekamen, entsprach nicht im Geringsten unseren Vorstellungen.


Im Wesentlichen ging es um eine Kaufmannstochter (Marie Wesener), die eine Beziehung mit dem jungen Offizier Desportes beginnt, obwohl sie mit dem Tuchhändler Stolzius verlobt ist. Der Vater erkennt nach einiger Zeit, dass sich durch die Liebschaft seiner Tochter neue soziale Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen und hilft ihr mittels eines Briefs sich von Stolzius zu trennen. Wie zu erwarten währt jedoch die Affäre mit Desportes nur recht kurz. Bald ist Ersatz für ihn gefunden, da der Soldat Mary Marie ebenfalls eifrig umwirbt. Und so geht es immer weiter…


Kurz gesagt: Beziehungsdrama der ersten Klasse.

 

Diese Inszenierung Frank Castorfs wird sowohl den Schülern als auch den Lehrkräften in Erinnerung bleiben, denn der Sinn oder gar die Handlung waren (teilweise) nicht erkennbar. Die Schauspieler haben zwar tapfer ihre gelernten Rollen gespielt, aber an manchen Stellen meinte man durchaus auch ihre Zweifel am Stück zu erkennen. So warteten wir recht verzweifelt auf eine Pause in diesem 3-Stunden-Stück, welche leider nicht kam. Nach 180 Minuten mit viel Geschrei, ständigem Kulissenverschieben, Herumgehüpfe, mehreren Dialogen auf Französisch (keine Sorge, man konnte die deutsche Übersetzung nachlesen, sie wurde eingeblendet), und Klaviermusik mit Gesang hatte auch dieses Theaterstück ein Ende gefunden.


Jana Lukas (10e)

 

 

 

Eine andere Schülergruppe besuchte derweilen im Ballhaus Naunynstraße das Theaterstück "Schnee", frei nach Orhan Pamuks gleichnamigem Roman. Es behandelte Problemlagen, die sich aus dem Zusammenleben von Muslimen und Christen ergeben, die jedoch letztendlich auf die Grundkonflikte der Menschheit von Religion, Hass, Liebe und Vorurteilen basieren.

Trotz des etwas verwirrenden Anfangs des Stückes, war unser Eindruck am Ende positiv. Das Lob gebührt vor allem den fünf Schauspielern, die nur mit Hilfe von Schaumstoffquadern verschiedene Orte in den Köpfen der Zuschauer entstehen ließen oder durch ein einzelnes Attribut in grundsätzlich andere Persönlichkeiten wechselten. Dabei fiel es uns Zuschauern leicht die unterschiedlichen Szenen zu erfassen.

Cansu Baser (10b)