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9. Studienfahrt Segeln und „Ökosystem Wattenmeer“

 

 

 

„Segeln? Das klingt gut!“, dachten wir und vor einem Jahr, als wir unser P-Seminar wählen sollten. Das Ergebnis war eine total schöne Fahrt mit Abenteuern, neuen Erlebnissen und ganz viel Spaß.

Alles fing an mit der kompletten Organisation - von der Schiffsuche über Fahrt- und Programmplanung bis hin zur Verpflegung. Um die Finanzen kümmerte sich eine weitere Arbeitsgruppe. Im Voraus informierten wir uns gegenseitig in Form von Referaten über Flora, Fauna und weitere Besonderheiten der Gegend und wir nahmen an einem Segelkurs auf dem Brombachsee teil, um schon mal ins Segeln „hineinzuschnuppern“.

 

Nach einem Jahr eigener Arbeit unter Leitung von Frau Helfrich war es endlich soweit und die Fahrt (wir wurden außerdem von Frau Mehl begleitet) begann mit einem sonnigen Tag in Amsterdam. Auf einen interessanten Besuch des Anne-Frank-Hauses folgte eine entspannende Grachtenfahrt auf den alten Kanälen durch die Altstadt Amsterdams. Im Rijksmuseum (Reichsmuseum) betrachteten wir Rembrandts Meisterwerke. Im Kontrast zur kulturellen Welt liefen wir durch viele Strassen und Gassen, von denen auch einige zum Rotlichtviertel gehören. Beeindruckend war die Zahl der Fahrräder, doch damit kommt man im Wattenmeer nicht weit. Also ging es am Abend noch nach Harlingen, dem Abfahrtshafen des Schiffs „Antonia“, welches uns für die nächste Woche Unterkunft bot.

Als Starhilfe bekamen wir eine kurze Einführung in die Segelkunst und die Arbeit auf dem Schiff. Mit unserem Skipper und der fleißigen Maat setzten wir die Segel und stachen jeden Morgen aufs Neue in See. Bei unterschiedlichsten Windstärken segelten wir zum Teil mit starker Schräglage übers Meer oder tuckerten mit dem Motor in die kleinen Häfen. Unsere Hilfe war vor allem beim Wenden gebraucht: Segel auf die andere Seite bringen, dort die Seile wieder festmachen, den Mast mit den Backstagen stabilisieren und das Seitenschwert hochkurbeln. Beim Anlegen im Hafen muss man die sogenannten Fänder an die Reling hängen, um dem Schiff Kratzer und Dellen zu ersparen, was dank der Fahrkünste unseres Skippers allerdings nicht immer so gut funktionierte…

 

Neben den netten Dörfern auf den Westfriesischen Inseln gab es jede Menge unterschiedlicher Lebensräume zu entdecken. Mit einer Exkursion durch die Dünenlandschaft und über den Strand lernten wir die regionale Pflanzen- und Tierwelt genauer kennen. Wir fanden dort neben Muscheln, Algen, Quallen und Feuersteinen leider auch einiges an Müll. Mit Hilfe eines Schleppnetzes fingen wir allerhand Krabben, Flundern, Garnelen und Einsiedlerkrebse. Weiteren Einblick ins Ökosystem Wattenmeer bekamen wir durch unsere Wattwanderung beim Trockenfallen auf einer Sandbank, und beim Segeln konnten wir Kegelrobben in freier Wildbahn beobachten. Weitere Höhepunkte waren eine Nacht vor Anker draußen auf dem Meer und der Besuch des Meeresmuseums „Ecomare“ auf der Insel Texel nach einer kleinen Fahrradtour.

 

Das Wattenmeer bietet einen großen Lebensraum und ist ein einzigartiges Ökosystem mit einer besonderen Artenvielfalt. Aufgrund dieser breiten Artenvielfalt wurde das gezeitenabhängige Feuchtbiotop im Jahre 2009 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt

Aufregend war zusätzlich das gemeinsame Leben auf engstem Raum mit unserem Skipper: Er bescherte uns einen Tag ohne Wasser und Strom und brachte damit unseren normalen geregelten Tagesablauf durcheinander. Ansonsten versorgten eingeteilte Küchendienste die Gruppe mit leckerem Essen und kümmerten sich um den Abwasch während die anderen entspannt an Deck, beziehungsweise im Klüvernetz lagen oder bei Gemeinschaftsspielen und Rätseln zusammensaßen.

 

Und so hatten wir eine wunderschöne Woche hinter uns und konnten abschließend ohne Zweifel sagen: „Segeln, das ist echt gut!“

 

Sabrina Fikacek, Yannick Linsenbühler, Anna Schaarschmidt, Q12