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Welche Medien nutzen Jugendliche und warum?

Auf diese Frage fallen den meisten Erwachsenen sofort Begriffe wie Handy, Internet, oder soziale Netzwerke ein - zu Recht. Viele betrachten diese Entwicklung jedoch mit zwiespältigen Gefühlen. Einerseits sollen die Jugendlichen den Umgang mit den modernen Medien beherrschen, denn der technische Fortschritt schreitet derzeit unaufhörlich voran, sodass gewisse Fertigkeiten inzwischen sogar in der Berufswelt verlangt und erwartet werden. Andererseits haben etliche Wissenschaftler, Lehrer und Eltern die Sorge, dass die Jugend von heute zu wenig über Sicherheit in der modernen Medienwelt Bescheid weiß, was zu vielen Gefahren führen kann, und dass sie zu wenig liest, weshalb zum Beispiel teilweise Defizite in den Bereichen Allgemeinwissen, Textverständnis oder auch Sprachbeherrschung zunehmen (könnten).

Um sich über die Gegenwart und Zukunft der Mediennutzung durch Jugendliche näher zu befassen, haben sich am 16.Mai 2012 in Nürnberg erstmalig Vertreter aus Wissenschaft, pädagogischer und unternehmerischer Praxis sowie der Kulturpolitik gemeinsam mit Jugendlichen verschiedener Schularten in vier Arbeitsgruppen (Schule, Freizeit, Internet, Bibliothek) mit dieser Thematik auseinandergesetzt.

Veranstalter waren die Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg, das Institut für Pädagogik und Schulpsychologie Nürnberg und das Projekt Abenteuer Buch am Lehrstuhl für Buchwissenschaft FAU Erlangen-Nürnberg.

Unsere Schule erhielt als eines der drei teilnehmenden Gymnasien ebenfalls eine Einladung. Dieser sind StR Philipp mit der Schülerin Nazli Süleymanoglu sowie dem Schüler Alexander von der Haar (beide aus der Klasse 8E) gefolgt. In der Arbeitsgruppe „Internet“ konnten sie so ihr Wissen und ihre Meinung einbringen.


Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, bei der die Ergebnisse aus den jeweiligen Arbeitsgruppen vorgestellt und künftige Strategien der Medienbildung erörtert worden sind.

Leider lassen sich hier nicht alle Resultate auflisten, doch einige sollen zumindest erwähnt werden. Die Anwesenden haben festgestellt, dass viele Kinder und Jugendliche ihre Freizeit vor dem Fernseher, dem PC oder dem iPod/iPad verbringen. Einer der häufigsten Gründe hierfür ist beispielsweise die Tatsache, dass oft beide Elternteile arbeiten (müssen) und nicht so viel Zeit - oder nach der Arbeit nicht mehr die Energie - haben, um sich noch mit ihren Kindern genügend zu beschäftigen. Pubertierende wollen sich aber auch oft von den Erwachsenen abgrenzen und lieber mit ihren Freunden kommunizieren. Das Internet ist immer noch der Spitzenreiter in Sachen Medienbeschäftigung. Die Gefahren sind nicht allen Jugendlichen ausreichend bekannt, wie auch schon die Initiative surfsafe der Sparda-Bank im Herbst 2011 verdeutlicht hat, doch die anwesenden Schülerinnen und Schüler bemängelten die meist große Unkenntnis ihrer Eltern und die der meisten Lehrer. So würden zwar einige Eltern für den PC zu Hause einen Schutzfilter einsetzen (eine Software, damit Kinder sicher vor jugendgefährdenden Inhalten im Internet surfen können), doch nur die wenigsten von ihnen hätten in dieser Hinsicht an das onlinefähige Handy ihres Kindes gedacht. Überhaupt würden sich Eltern viel zu wenig auskennen, egal ob es um Online-Spiele oder um soziale Netzwerke geht.

Was sollte man also tun? Wo sollte man ansetzen? Das sind die Fragen, mit denen sich vor allem die Veranstalter nach der Auswertung der gesammelten Ergebnisse auseinandersetzen werden. Bei den Diskussionen kristallisierte sich jedoch heraus, dass Eltern mehr Interesse für moderne Medien sowie PC- und Online-Spiele an den Tag legen und sich mehr Wissen über diese aneignen sollten. Um Eltern möglichst rechtzeitig zu erreichen, müsse man mit ihnen vielleicht schon während der Kindergartenzeit ihrer Kinder ins Gespräch kommen. Weiterhin müssten die Lehrpläne in puncto „Medienerziehung“ weiter ausgebaut werden. Dem hat auch der teilnehmende StR Egon Birner vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München zugestimmt. Die Bibliotheken möchten und sollten mehr eingebunden werden, da sie nicht nur den Eltern, sondern auch den Jugendlichen interessante Angebote machen können. …

Wir können auf alle Fälle hoffen, dass dieses Forum zu weiteren Diskussionen
Anstoß gibt, mit Ergebnissen, die die Zukunft der Jugendlichen positiv  verändern! Schließlich müssen sich klassische und moderne Medien nicht ausschließen.

Michaela Philipp,StR