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Kletterabenteuer in der Fränkischen Schweiz

Toll, wenn man von Herrn Scheller getragen wird...
Toll, wenn man von Herrn Scheller getragen wird...
Alle ziehen an einem Strang
Alle ziehen an einem Strang
Vorbereitung auf das Kletterabenteuer
Vorbereitung auf das Kletterabenteuer

„Schläft die Fledermaus immer noch?“ Das war Anfang bis Mitte März 2006 die Frage, die die Schüler und Schülerinnen der Klasse 5b am meisten beschäftigte. Das Verhalten dieser einen, ja der Fledermaus hatte nämlich direkte Auswirkungen auf den geplanten Schullandheimaufenthalt der Klasse.

Dieser fand vom 20. bis 24. März 2006 gemeinsam mit der Klasse 5c in Pottenstein statt. Zu den geplanten Aktivitäten gehörte unter anderem die Erkundung einer Höhle durch die Schüler. Ganz allein auf sich gestellt, hätten sich freiwillige Schüler an einem Seil in die unerschlossene, dunkle Höhle hinablassen und dann versuchen können, zusammen den Ausgang zu finden. Die Schüler waren alle sehr gespannt, aufgeregt und voller Erwartungen. Alle hofften auf Sonnenschein und einen sprunghaften Anstieg der Temperaturen - denn im Winter 2005/2006 wurde diese „Erlebnishöhle“ von einer Fledermaus bewohnt, die dort ihren Winterschlaf hielt und nicht gestört werden durfte. Drei Tage vor Abfahrt fiel dann die Entscheidung - zugunsten der verschlafenen Fledermaus: Das Höhlenabenteuer musste leider ausfallen. Aber es warteten noch genügend aufregende Erfahrungen und spannende Angebote auf die Schüler.

Am Montagmorgen versammelten sich Schüler und begleitende Lehrkräfte pünktlich und erwartungsfroh in der Pausenhalle. Gepäck, Spiele und sonstiges wichtiges Equipment (Lichtorgel und Musikanlage für die Disco!) wurde verladen und dann ging es auch schon los. Nach einer einstündigen Fahrt kamen wir wohlbehalten in der Jugendherberge in Pottenstein an und hatte vor dem Essen noch genügend Zeit, Zimmer zu beziehen, auszupacken und die unmittelbare Umgebung zu erkunden. Nach kürzester Zeit waren die Schüler bestens informiert: Getränkeautomat, Fußballplatz, Aufenthaltszimmer, Bücher, Beachvolleyballfeld und natürlich die Lage der verschiedenen Zimmer, in denen die Klassenkameraden untergebracht waren. Relativ schnell wurde sie auch mit den Pflichten vertraut, die so ein Schullandheim mit sich bringt: Tischdienste, Zimmersprecherbesprechungen, Einhalten besprochener Zeiten, Zimmer sauber halten, Organisation der geplanten Aktivitäten. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten klappten diese Aufgaben hervorragend und die Schüler organisierten sich und ihren Tagesablauf immer selbständiger und gekonnter.

Bei diesem Schullandheim lag der inhaltliche Schwerpunkt auf dem erlebnispädagogischen Bereich. Dafür bietet die Jugendherberge Pottenstein ideale Voraussetzungen. Neben dem Außenklettergelände wurde ein Seilgarten angelegt und eine Kletterhalle gebaut. So können die Kletter- und Seilaktivitäten nahezu das ganze Jahr stattfinden.

Wir hatten Glück und jede Klasse konnte zwei Tage klettern und den Seilgarten nutzen.

Dabei machten die Schüler unter Anleitung ausgebildeter Trainer ganz neue und aufregende Erfahrungen. Sie hatten die Möglichkeit sich selbst und auch andere von einer ganz neuen Seite zu sehen. Auch wenn einige Schüler am Anfang sehr vorsichtig, teilweise sogar ängstlich an der Kletterwand waren, lernten sie im Laufe der Woche ihre Fähigkeiten besser einzuschätzen, sich selbst mehr zuzutrauen und sich auf ihre Partner zu verlassen. Sie wurden in ihren Aktionen immer sicherer, halfen und unterstützten sich gegenseitig. Im Seilgarten lernten sie, zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu respektieren. Und dann gab es natürlich noch das Freiklettergelände. Gesichert mit Seil und Gurt überwanden die Schüler eine kleine Felsenschlucht und sprangen schließlich an einer Art Seilbahn von einem Felsvorsprung in die Tiefe. Für die meisten Schüler war dies sicher der Höhepunkt des Klettertages; viele Schüler wären gerne ein zweites Mal gesprungen.

Die Feuertaufe aber war eine Erlebnisnachtwanderung, bei der die Schüler in Zweiergruppe einen vorher gekennzeichneten Weg im Wald erkennen und ertasten mussten. Dieser Weg führte sie zu einem Betreuer, der sie auf einen geheimen Weg zurück zur Jugendherberge schickte. Alle Schüler haben diese Nachtwanderung gewagt und sich im Dunkeln ganz prima orientiert. Einige trauten sich sogar, den Weg durch den Wald allein, ohne Partner zu gehen.

Aufregend war für die Schüler auch der Rückweg, da sie es dabei vermeiden sollten, auf eine der gerade erst gestarteten Gruppen zu treffen. So wurde aus der Nachtwanderung noch eine Art Räuber- und Gendarmen-Spiel.

Zusätzlich gab es natürlich noch eine Menge anderer Aktivitäten, wie Ausflüge zur Sommerrodelbahn und zur Teufelshöhle, die extra an diesem Tag für uns geöffnet wurden. Bei der Sonderführung in der Höhle wurde dann für wenige Minuten das Licht ausgeschaltet, so dass man wenigstens einen kurzen Eindruck davon bekam, wie man sich in völliger Dunkelheit so fühlt. Die Ganztageswanderung am Donnerstag führte beide Klassen durch das Püttlachtal samt unterschiedlicher Temperaturzonen. Während die schattigen Waldwege noch eis- und schneebedeckt waren, war auf den Höhenzügen die Sonne schon so stark, dass sich bei einigen ein Anflug von Sonnenbräune im Gesicht zeigte.

Mit einem bunten Abend, bei dem die Schüler/innen ihre ganze Kreativität zeigten, ging der Schullandheimaufenthalt dann so langsam zu Ende. Am nächsten Morgen hieß es dann nur noch packen und Zimmer säubern. Nach einem herzlichen Dankeschön an die Leitung des Schullandheimes für die tolle Verpflegung und Betreuung ging es dann wieder zurück nach Nürnberg und die Schüler hatten das ganze Wochenende Zeit, ihr Schlafdefizit wieder auszugleichen.

Die Schüler hatten in dieser Woche unheimlich viel Spaß miteinander und -sogar- mit den Lehrern. Neue Freundschaften wurden geschlossen, neue Erfahrungen miteinander gemacht und unendlich viel ausprobiert. Natürlich war es auch für die Schüler manchmal anstrengend, mit so vielen Kindern zusammen zu sein. Allerdings gehört es sicher zu den positiven Erfahrungen dieser Woche, dass man Streitereien lösen und überwinden kann. Und zum Unterrichtsbeginn in der darauf folgenden Woche war die Stimmung in der Klasse offen und gelöst. Und das sogar noch dann, als klar wurde, dass auch nach einer tollen Schullandheimwoche irgendwann wieder der Alltag in der Schule Einzug hält.

StRin Hertle, Klassenleitung 5b