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„Una promotora con palabras de peso“

Besuch aus Nicaragua

 

Am 10. April 2013 hatte der Spanischkurs von Frau Schübel-Vogel/Fr. Martin die Ehre einem Vortrag namens „Una promotora con palabras de peso“ von Roberto Vallecillo aus San Carlos, Nicaragua, beizuwohnen. Roberto Vallecillo ist in seiner Heimat Journalist bzw. Tanzlehrer bzw. das Mitglied einer Nichtregierungsorganisation = Organizacion no Gubernamental (ONG). Aufgrund der Städtepartnerschaft zwischen San Carlos und Nürnberg wurde Roberto Vallecillo von der Stadt Nürnberg eingeladen und nahm sich auf Anfrage von Frau Martin extra Zeit, um unserem Kurs etwas über sein Land, seine Leute und seine Arbeit bei einer ONG zu berichten:

 

 

 

In sehr gut verständlichem Spanisch und auf unterhaltsame Weise erklärte er, dass es sich einige ONGs in Nicaragua freiwillig zur Aufgabe gemacht haben, der Bevölkerung, die zu 70% aus Bauern besteht, bei ihren Problemen zu helfen und so sie näher zusammenführt. Eins der größten Probleme des Landes und der Bevölkerung ist die große Armut, in der die meisten Nicaraguaner leben: durchschnittlich müssen sie von 1,00$/ Tag pro Kopf leben; das macht Nicaragua zum zweitärmsten Land Lateinamerikas.


Hier kommen die ONGs wieder ins Spiel: sie versuchen durch die Beschaffung von Informationen und das Anbieten von Fortbildungsmaßnahmen und Hilfsmittel die Bauern zu einer verbesserten Produktivität und anderen Anbaumethoden sowie -produkten zu bewegen und ihnen zu beweisen, dass es sich trotz geringen Ertrages immer noch lohnt, in der Landwirtschaft tätig zu sein.


Doch ist die Armut nicht das einzige Problem der nicaraguanischen Bevölkerung: Auf großen Flächen werden dort nämlich bestimmte Monokulturen betrieben, die nur durch Spritzen vieler Pestizide – oft aus europäischer Produktion, obwohl hierzulande die Anwendung schon längst verboten ist - enthalten. Diese Stoffe sickern nun leider auch ins Grundwasser, womit Großteilen der Bevölkerung auch der Zugang zu sauberen Trinkwasser verwehrt wird. Da ihnen keine andere Möglichkeit bleibt, müssen sie das kontaminierte Wasser trinken und werden dadurch krank. Hier können die ONGs nur mit ärztlicher Versorgung, welche aber meist keine Genesung verspricht, helfen.


Ein weiteres Problem für die Menschen in Nicaragua ist die fehlende Emanzipation der nicaraguanischen Frauen, die immer noch vom Machismo unterdrückt werden und keine signifikanten Rechte besitzen. Die ONGs versuchen sich auch für die Frauen einzusetzen und ihnen zu Rechten zu verhelfen.


Letztendlich ging Herr Vallecillo nochmal spezifisch auf die ONG INTA und eine ihrer Vertreterinnen, Doña Maria Lourdes ein, die sich im Gebiet von Chinandenga um die Bevölkerung kümmern. Hierbei unterstrich Roberto Vallecillo ein weiteres Mal, wie wichtig es sei, gute, charismatische und verantwortungsbewusste Mitarbeiter zu haben, da sonst eine solche Organisation nicht lange überleben könne.


Beendet wurde der Vortrag mit lateinamerikanischer Musik, gespielt von einen gewissen Eddy, der ebenfalls aus Nicaragua kommt und sich zur Zeit in Deutschland aufhält und Herrn Vallecillo bei seinem Vortrag assistiert hat. Das Gitarrespiel verbunden mit Eddys Gesang ließ alle Frauenherzen im Raum schmelzen und wurde allgemein von allen als Highlight deklariert.


Insgesamt wurde der Vortrag von den meisten Beiwohnenden gut aufgenommen, trotz der Länge und Herrn Vallecillos unablässiges Bemühen, uns Schüler zum Sprechen zu bringen!



Arvid Schalle