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Aufenthalt in La Coruña - Spanienaustausch 2011


Die 16 Spanischschülerinnen und -schüler der 9.Klassen des Willstätter-Gymnasiums reisten vom 3. bis 12. Mai dieses Jahres nach La Coruña im Nordwesten Spaniens, wo sie bei ihren Partnern des IES. Rafael Dieste untergebracht wurden. Dort stand neben dem Unterrichtsbesuch ein umfangreiches Besichtigungsprogramm auf dem Plan, das unter anderem auch die folgenden Aktivitäten beinhaltete.

Gruppenfoto vor einer romanischen Kirche
Führung durch die Goya Ausstellung
Einfärben der Druckplatten
Drucken mehrerer Stiche
Einige Ergebnisse

Nach der obligatorischen Stadtbesichtigun des kommerziellen und des historischen Stadtzentrums der früheren Hauptstadt Galiciens mit seinen kleinen Stadtpalästen, Bürgerhäusern und romanischen Kirchen stand in der ersten Woche zum Beispiel der Besuch des Museo de Bellas Artes und seiner umfangreichen Sammlung des spanischen Malers Francisco de Goya auf dem Programm. Das Museum bewahrt eine vollständige Sammlung mehrerer Serien von Aquatinta Radierungen dieses Künstlers auf: Los Caprichos mit satirischen Szenen, Los Desastres (sie zeigen das Elend und die Grausamkeiten des Krieges), Los Disparates (eine Sammlung fantastischer und absurder Szenen) und schließlich Blätter aus den Darstellungen des Stierkampfes, La Tauromaquia. Der Führung durch einen netten jungen Kunsthistoriker, der sich bemühte, den Schülern in verständlichen Worten die Besonderheiten der Radierungen Goyas zu beschreiben und zu erklären (so zum Beispiel, dass Goya ähnlich einem modernen Fotoreporter (Kriegs-)Bericht erstattete, nur dass er statt Fotos Radierungen herstellte), schloss sich ein kreativer Teil an, in dem die Schüler nach kurzer Anleitung durch eine Mitarbeiterin des museumspädagogischen Dienstes selbst an die Produktion einer Radierung (wenn auch nur auf einer Plastikplatte) herangingen. Nach kurzzeitiger Ratlosigkeit, was das mögliche Sujet des zu schaffenden Werkes sein sollte, konnten doch alle in kurzer Zeit unterschiedlichste Skizzen auf ihre Druckplatten bringen - das Einfärben dieser Platten übernahm zum Glück unsere Anleiterin noch einmal. Die Ergebnisse dieser einstündigen Aktion können sich durchaus sehen lassen - um mit unserer spanischen Lehrerin zu sprechen, waren sie einfach wonderful, biutiful, ¡¡qué bonito!

Kurz vor dem Wochenende führte uns dann der erste gemeinsame Ausflug mit unseren spanischen Gastgebern in den einzigen galicischen Nationalpark, den Parque Nacional Marítimo Terrestre de las Islas Atlánticas de Galicia, ganz im Süden direkt an der Grenze zu Portugal im Atlantik gelegen. Der Nationalpark besteht aus mehreren Archipelen, die den rías, den galicischen Fjorden, vorgelagert sind. Nach 1,5-stündiger Busfahrt erreichten wir den Hafen von Vigo, wo wir das bereits auf uns wartende Fährschiff bestiegen, um die 30-minütige Überfahrt zu den Islas Cíes zu beginnen. Die Zahl der Tagesbesucher ist begrenzt, um das Ökosystem nicht zu sehr zu belasten. Für uns blieb dies allerdings ohne Konsequenzen: wir waren an diesem Tag die Einzigen!

Nach ausführlicher Einweisung durch unsere guía („Den Müll nehmen wir wieder mit. Die Muscheln lassen wir da. Die Wege verlassen wir nicht. Die Blumen dürfen wir nicht pflücken.“ etc.pp.) erklommen wir in fast zweistündiger Wanderung den Leuchtturm auf der Illa do Medio und genossen die Aussicht (auch auf die zahlreichen Möven, die sich entgegen der Warnungen unserer Begleitung friedlich verhielten und sich weniger für uns als für unsere bocadillos - das allerdings heftig!- interessierten).


Auch in Spanien

verbietet man

gerne mal was:

Gebrauchsanleitung

für den Nationalpark.

Für die Strapazen entlohnte dann die Siesta auf dem wunderschönen weißen Sandstrand am türkisfarbenen Meer - mit Blick auf das Festland.

Exkursion auf den Islas Cíes

Wenn schon Galicien - dann darf natürlich auch der Besuch der Hauptstadt dieses spanischen Bundeslandes nicht fehlen: Santiago de Compostela. Kathedrale, Pilgerweg, Altstadt, Weltkulturerbe, Grab des Apostel Santiago.... man kennt das dank Bestsellerliteratur auch in Deutschland. Unbekannt hingegen dürften Ciudad de la Cultura, Monte Gaias oder Torres de Homenaxe, Werk des Architekten Peter Eisenmann, sein. Unbekannt, doch nicht weniger interessant: Nein, das ist nicht die Kathedrale, und das ist auch keine Skaterbahn: hier entsteht die Kulturhauptstadt Galiciens, mit 175.000 qm bebauter Fläche für das galicische Archiv, Bibliothek, Museum zur Geschichte der Region, internationaler Kunstausstellung und einer Konzerthalle für Musik und darstellende Künste. Warum kleckern, wenn man auch klotzen kann?


OStRin Eva Schübel Vogel