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DON QUIJOTE - Theaterbesuch des Spanisch-Kurses der Q12

ADELANTE, ROCINANTE - oder was übermäßiges Lesen bewirken kann

Zu den Büchern, die die Welt bewegten (und seitdem auch Spanischschüler), gehört seit seinem Erscheinen im Jahr 1605 (Teil I) und 1615 (Teil II) Jahrhundert Cervantes' berühmter Roman um Don Quijote. Obwohl anfänglich nur als Parodie über zeitgenössische Ritterromane geplant, schuf Cervantes mit diesem Roman Anfang des 17. Jahrhunderts ein literarisches Werk, das die Jahre überdauerte und dessen Figuren vielen anderen Künstlern als Vorlage dienten.

Die Geschichte erzählt von einem kleinen Landadeligen, der, nachdem er eine Vielzahl von Ritterromanen verschlungen hat, den Verstand verliert und zwischen Einbildung, Geschichte und Wirklichkeit nicht mehr zu unterscheiden vermag und sich deshalb selbst für einen Helden seiner Bücher hält. Von diesem Glauben getrieben, sucht er sich eine anzubetende edle Dame und beginnt umherzureisen - mit dem Ziel das Unrecht zu bekämpfen, seinen ritterlichen Mut zu beweisen und seine Heldentaten dem verehrten Fräulein zu widmen. Zahlreiche Abenteuer des fahrenden Ritters - etwa der Kampf gegen die Windmühlen - sind zum Anlass sprichwörtlicher Redensarten geworden.

Das TNT Theatre Britain hat es mit viel Einfühlungsvermögen geschafft, aus diesem Klassiker der Weltliteratur eine sowohl spannende als auch unterhaltsame Inszenierung mit viel Witz und Humor zu schaffen. Die Geschichte des tragischen Helden und dem Konflikt zwischen Sein und Schein brachte das Publikum nicht nur zum Lachen sondern auch zum Nachdenken. En un lugar de la Mancha, de cuyo nombre no quiero acordarme - so beginnt der fiktive Erzähler Cide Hamete Benengeli den ersten Teil des Romans Don Quijote unter den strengen Augen der spanischen Inquisition. So kann der Maure eine kleine Auswahl an bekannten und weniger bekannten Abenteuern des Ritters von der traurigen Gestalt und seines treuen Knappen, Sancho Panza, erzählen - sie stammen sowohl aus dem ersten als auch dem zweiten Band. Der Roman endet mit dem Tod des nach Hause zurückgekehrten Titelhelden, der sich erst auf dem Sterbelager von seinen ritterlichen Wahnvorstellungen befreien und seine eigentliche Identität als Alonso Quijano el Bueno wieder annehmen kann. Gleichzeitig gibt sich auch der weise Erzähler Hamete Benengeli als von Cervantes erfundene literarische Gestalt zu erkennen. Im März dieses Jahres konnten die Schüler des Spanischkurses der Q12 eine Aufführung in spanischer Sprache besuchen - nicht immer ein leichtes Unterfangen, doch dank der schauspielerischen Leistungen eine ganz erfolgreich zu meisternde Herausforderung, die gleichzeitig auch höchst vergnüglich war.

OStRin E.Schübel-Vogel