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Sancarleños singen und tanzen für die 10a

Um die 30 Grad zeigte das Quecksilber am Dienstag, den 06.07.2010, die letzte Schulaufgabe war bereits vor Wochen geschrieben worden und die Sommerferien waren für die Schüler der 10a des Willstätter-Gymnasiums zum Greifen nah. Doch zuvor bekam die Klasse Besuch von sechs Nicaraguanern aus San Carlos. Die Stadt in Mittelamerika, oder wie Ronny, der Gruppenverantwortliche, schnell klarstellte im „corazón del continente“, ist seit 1984 Partnerstadt von Nürnberg und stets am Austausch interessiert. Frau Gleixner vom Amt für Internationale Beziehungen in Nürnberg ermöglichte diesen Besuch.

Zunächst stellten sich diese sechs Sancarleños, die zwischen 18 und 36 Jahre waren, vor. Anschließend präsentierte Ronny mit Unterstützung von zahlreichen Fotos die kleinste Partnerstadt Nürnbergs. Ähnlich wie in Havanna gibt es in San Carlos einen „Malecón“, doch schaut man zum Sonnenuntergang nicht auf das salzige Meer, sondern auf „la mar de agua dulce“. Überhaupt berichtete Ronny: „Siempre vas a encontrar agua. Es parte de la vida de San Carlos“. Der Río San Carlos war sogar vor dem Panamakanal als Wasserweg zwischen Atlantik und Pazifik als mögliche Verbindungsstrecke in Betracht gezogen worden.

„El pueblo“ San Carlos ist nicht sehr groß, sodass man innerhalb von circa zwei Stunden den Ort zu Fuß durchquert hat. So finden es die Sancarleños nur selbstverständlich, dass es kaum Fahrzeuge und Taxis gibt. Weiter erklärte dann der 36jährige Agraringenieur, dass es seit den 80er Jahren zahlreiche Änderungen gegeben hat, sei es nun im Ausbau von Straßen oder im Transportwesen. Stolz erzählten die Nicaraguaner davon, dass ihr Nationalsport Baseball, dass eines der typischen Gerichte des Landes „Calle Pinto“ (Reis und Bohnen) und dass, auch wenn davon nicht sehr viel angebaut werden würde, der Kakao aus Nicaragua „de mejor calidad genética“ sei.

Nun bekamen einige Schüler die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen. Für größere Aufregung sorgte eine Schülerin, als sie wissen wollte, wo genau, da wir doch nun so viele Fotos von San Carlos gesehen hatten, die sechs Nicaraguaner wohnten. Das war anscheinend eine neue Frage, die die sechs innerhalb ihres dreiwöchigen Aufenthalts noch nicht gestellt bekommen hatten. Doch nach einiger Diskussion, welches Foto nun das Beste sei, wurde die Neugierde der Schüler zufrieden gestellt. Anschließend beantworteten die sechs Lateinamerikaner fröhlich und engagiert die Fragen der Schüler, egal ob es dabei um das Weihnachtsfest in Nicaragua oder um die Probleme des mittelamerikanischen Landes ging. Als Ronny gefragt wurde, ob er gern in Deutschland leben würde, beantwortete die nicaraguanische Gruppe die Frage spontan für ihn: „Nee, nee, nee“ und lachten ausgelassen dabei.

Überhaupt brachten unsere sechs Besucher, trotz verständlicher Müdigkeit, schließlich waren sie schon knappe drei Wochen in und um Nürnberg mit einem täglich gut gefüllten Programm unterwegs, eine heitere Stimmung mit. Nicht nur durch ihren lebendigen Vortrag und die heiteren Diskussionen steckten sie die Schüler der 10a gleich mit an, sondern zeigten sie einen Teil ihres Lifestyles gleich selbst und tanzten zu rhythmischen Salsaklängen. Als ob das noch nicht genug gewesen wäre, stellte sich Marvely noch einmal vor ihr Publikum und sang zum Ab schied ein wunder schönes nicaraguanisches Lied. Mit großen Applaus und einem vielseitigen Eindruck von Nicaragua verabschiedete sich die Gruppe und die Schüler der 10a verließen die Schule nach der 9. Stunde an diesem Tag einmal nicht müde und schläfrig, sondern mit einem Lächeln auf den Lippen.