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„Berufen zum Mittler, entschlossen für den Frieden zu wirken und zu streiten“ – Prof. Dr. Grosser am WGN

Mit diesem Zitat aus der Begründung der Jury für die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels von 1975 kündigte Herr Dr. Steuer den renommierten französischen Publizisten, Politologen und Soziologen Herrn Prof. Dr. Grosser an, der am Donnerstag, 18.06.2015, im Rahmen der Nürnberger Sicherheitstagung einen Vortrag vor den Schülerinnen und Schülern der 11ten Klassen an unserer Schule hielt. Der bereits 90-jährige Professor aus Frankreich, geboren in Frankfurt am Main, ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen für seine Werke zur Völkerverständigung wie der Theodor-Heuss-Medaille (1978), der Goethe-Plakette (1986) oder dem Deutsch-Französischen Medienpreis (2012), gilt als großer Mitwirker an der Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland sowie engagierter Publizist und Wissenschaftler. Er sucht stets den politischen und gesellschaftlichen Diskurs, und auch vor unangenehmen Themen, zum Beispiel die deutsche Vergangenheit im Dritten Reich betreffend, schreckt er nicht zurück, sondern ist als ehrlicher und streitbarer Redner und Berater bekannt. Dass Grosser den Dialog sucht, erkannte auch schnell das Plenum im Vortragssaal, als der Professor nach einer knappen einführenden Rede darüber, dass es Generalisierungen wie „die Deutschen“, „die Franzosen“, „die Israelis“ oder „die Ausländer“ nicht gebe sowie für einen überlegten Diskurs äußerst unangemessen seien, kurzerhand das Wort an die Schülerinnen und Schüler übergab. Man spürte im Raum Grossers Drang nach Aufklärung und sein großes Bedürfnis, mit Jugendlichen zu diskutieren. Dieses Angebot wurde von den Schülern prompt angenommen. So wurde im Verlauf der Unterhaltung nicht nur deutlich, dass der Politologe im Nahost-Konflikt momentan keine Lösung sehe, sondern auch Grossers scharfe Kritik an der Person des russischen Präsidenten Putin und dessen „Unberechenbarkeit“ in der gegenwärtigen politischen Gemengelage. Beim Standpunkt eines Schülers, dass Waffenlieferungen Deutschlands der Befriedung von weltweiten Konflikten in keinster Weise zuträglich wären, verwies Grosser auf den Einsatz von Waffengewalt der Sowjetunion und Amerikaner zur Befreiung Europas von der Herrschaft der Nationalsozialisten. Die letzte Frage einer Schülerin, welchen Rat der Professor jungen Leuten geben könnte, beantwortete der 90-Jährige damit, sich über das, was in der Welt passiert, immer auf dem Laufenden zu halten.Am Ende der knapp 90-minütigen Diskussion betonte Herr Dr. Steuer nochmals das große Verdienst Grossers, sich für den vergangenen wie gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Diskurs einzusetzen und zu streiten, und verwies auf das Motto des Professors, das Grosser 1980 einer Schülerschaft mitteilte: „Immer zufrieden sein, sich nie zufriedengeben.“ Der Redner hinterlässt einen bleibenden Eindruck  bei den Schülern wie beim Kollegium. Und unsere Schule fühlt sich geehrt, dass wir eine derart herausragende und intellektuelle Persönlichkeit wie Herrn Prof. Dr. Grosser an unserer Schule begrüßen durften.