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„Ein Licht mir aufgegangen“

 

Eine Reise der 9b in das Literaturhaus München zur Ausstellung von Lev Tolstoj



„Ein Licht mir aufgegangen“ ist der Titel einer Ausstellung, die anlässlich des hundertsten Todestages des Schriftstellers Lev Tolstoj seit Oktober 2010 im Literaturhaus in München zu sehen ist und die sich mit dem Verhältnis des großen Schriftstellers zu Deutschland beschäftigt.
Um zu ergründen, wie es um dieses Verhältnis des Literaten zu Deutschland stand und welches „Licht“ ihm nun eigentlich aufgegangen war, machten sich die Russischschüler der Klasse 9b gemeinsam mit ihrer Lehrerin Frau Brückmann auf den Weg nach München, um diesem Geheimnis auf die Spur zu gehen.
In einem russisch anmutenden Ambiente mit einem Birkenwäldchen und einem typisch russischen Holzhaus befindet sich im Münchner Literaturhaus ein Rundgang mit insgesamt neun Stationen, die alle zentralen Fragestellungen gewidmet sind, mit denen sich Tolstoj im Laufe seines Lebens beschäftigte.
So erfuhren die Schüler viel Interessantes über die Familiengeschichte und die Biographie Tolstojs. Der Dichter ging zeitlebens davon aus, dass er der Nachfahre des Heerführers Hendrik gewesen sei, der im 14. Jahrhundert aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation nach Russland eingewandert war. Sein Urenkel stand später in den Diensten des Großfürsten Wassilij II. und hatte den Beinamen Tolstoj (der Dicke) erhalten. Bereits in seiner Kindheit erlernte der große Schriftsteller von seinem Hauslehrer Friedrich Rössel die deutsche Sprache.
Während seines Jurastudiums an der Universität von Kasan wird der russlanddeutsche Zivilrechtler Dimitri Mejer zu seinem großen Vorbild.
Auch nach dem Abbruch des Studiums beschäftigte sich Tolstoj weiter mit Deutschland. In mehreren Deutschlandreisen tauschte sich Tolstoj mit deutschen Schriftstellern, Philosophen, Mathematikern und Pädagogen aus, besuchte deutsche Bildungseinrichtungen und Gefängnisse.
1862 heiratete der Schriftsteller die Deutschrussin Sofia Andrejewna Behrs, die zur größten Hilfe bei der Veröffentlichung seiner zahllosen Werke wurde aber auch zu seiner schärfsten Kritikerin.
Besonders beeindruckt aber hat die Schüler das Ende Tolstojs, der nach 48 Ehejahren von zu Hause floh und wenige Wochen später in einer Bahnhofsstation Astapowo starb, ohne dass ihn seine Frau noch einmal gesehen hatte.
Das allgemeine Fazit des Tages lautete: eine sehr sehenswerte Ausstellung, die den Grundstein dafür legte, sich weiter mit Lev Tolstoj, seinem Leben und Werk beschäftigen zu wollen.

Die Russischgruppe der Klasse 9b
Ein unscheinbares Ausstellungsplakat weist uns den Weg