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Projekt

Das Religions-Projekt „Melanchthon und das Willstätter“

(Bericht von Laura B. und Lisa-Christin C.,  8b)

Wir, die Religionsklasse der 8b und 8d, hatten als Thema unserer diesjährigen Projekttage „Philipp Melanchthon“. Vielleicht verwundert es, warum gerade wir Willstätter, dieses Thema ausgewählt haben.
Zum einen begehen wir in diesem Jahr das Melanchthon-Jahr .

Zum anderen  befand sich auf unserem Schulgelände, wo jetzt der sog. „Melanchthonbau“ steht, das Schulgebäude, dass von Melanchthon 1526 als erstes Gymnasium (die „Obere Schule“) „gegründet“ worden ist.

In Gruppen erarbeiteten wir uns unter der Leitung unserer Religionslehrerin Frau Möllenhoff Informationen über seine Kindheit, seine Jugend, seine Werke und was er alles in seinem Leben bewirkt und erreicht hat. Uns standen unterschiedlichste Materialien zur Verfügung, die wir schon im Vorfeld des Projektes zusammengetragen hatten. Natürlich war auch die Nutzung des Computerraumes bei der Informationssuche und der späteren Verarbeitung notwendig.

Unsere Arbeitsergebnisse  haben wir dann später auf Poster geschrieben, um sie unseren MitschülerInnen  präsentieren zu können.

 

 
 
 
 
 
 
 
 

Phillipp Melanchthon

Wer war dieser Philipp Melanchthon?

Am 16.Februar 1497 wurde Melanchthon in Bretten unter seinem eigentlichen Familiennamen Schwarzerdt geboren. Philipp erhielt schon früh eine gründliche Schulbildung und erlernte dadurch die klassische Bildungs- und Juristensprache der damaligen Zeit, Latein. Später kam noch Griechisch hinzu. Sein humanistischer Lehrer und Großonkel Johannes Reuchlin widmete 1509 seinem hochbegabten Schüler eine Griechisch-Grammatik und  gab ihm den Namen „Melanchthon“ (griechisch für „schwarze Erde“), was in Humanistenkreisen üblich war.

1509 wechselte Melanchthon zum Studium nach Heidelberg, das er 1511 mit dem Grundstudium beenden konnte. Im Anschluss ging der nach Tübingen, um dort an der philosophischen Fakultät Philosophie und Theologie zu studieren. Im Alter von 17 Jahren legte er dort seinen Magistertitel ab.

Schon früh verfasste Melanchthon erste lateinische Gedichte, schrieb erste humanistische Schriften. Er las antike Autoren sowie humanistische Dichter und machte Bekanntschaft mit neuen Lehrmethoden. Neben seinem Studium war er bereits Tutor und unterrichtete Griechisch. Somit erfolgte der Übergang vom Lernenden zum Lehrenden bei Melanchthon beinahe fließend.

1518 erhielt er eine Griechischprofessur an der Universität in Wittenberg. Mit dieser Berufung wurde er Kollege von Martin Luther, der ihn in die Gedanken der reformatorischen Theologie einführte. Melanchthon wurde der engste Mitarbeiter Luthers und ein lebenslanger Freund. 1521 verfasste er die Schrift „Loci communes rerum theologicarum“, die erste systematische Darstellung der evangelischen Theologie. Die von ihm 1530 beim Augsburger Reichstag geschriebene „Confessio Augustana“ ist bis heute das zentrale Bekenntnisdokument des Protestantismus.

Melanchthon hat sich bereits am Anfang seiner lehrenden Tätigkeit für Reformen im Lehrsystem seiner Zeit ausgesprochen. Seine pädagogischen Hauptanliegen waren die individuelle Betreuung der Studienanfänger durch ihre Lehrer (Praeceptor), sowie die Schulung ihrer sprachlichen Ausdrucksfähigkeit. Er war der Ansicht, dass eine klassisch-humanistische Bildung für die Schüler und Studenten unerlässlich sei. Eine solche Bildung sei die Grundlage und das höchste Ziel jeder Gesellschaft. Melanchthon war davon überzeugt, dass ein gebildeter Mensch die allgemeinen-menschlichen Moralgesetze anerkennt, und sich dadurch für seine Mitmenschen verantwortlich fühlt. Melanchthon war es aber nicht nur wichtig Bildungsinhalte zu lehren, er wollte sie auch organisieren, umsetzbar und handhabbar machen. Lehrinhalte und die Formen des Unterrichtens wurden von ihm zusammengesehen. So wurde er zum „Praeceptor Germaniae“, zum Lehrer Deutschlands! Als der Rat der Stadt Nürnberg 1526 die „Obere Schule St. Egidien“, die Keimzelle des deutschen Gymnasiums mit einer Schulordnung nach Melanchthons Konzept einer protestantischen Gelehrtenschule, gründete, machten  die Ratsherren Melanchthon das Angebot, dieses neu gegründete „Gymnasium“ zu leiten. Er lehnte das Angebot ab, kam aber nach Nürnberg und hielt die Eröffnungsrede.

Melanchthon war einer der letzten Universalgelehrten Europas; er war Wissenschaftler und Pädagoge, eher weniger ein Prediger. Er galt als „Diplomat der Reformation“; er vermittelte zwischen den Humanisten (Erasmus von Rotterdam) und den reformatorischen Ideen; er vermittelte in Fragen der „Ökumene“ (Streit um die Abendmahlslehre) etc. Er steht als Reformator neben Luther und setzte nach Luthers Tod dessen Arbeit fort und wurde so zum offiziellen Wortführer der reformatorischen Theologie.

Melanchthon ist am 19.April 1560 in Wittenberg verstorben.

(verfasst von Laura B., Lisa-Christin C., Ilya W., A. Möllenhoff)