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Sous le soleil de Nice – Nizza-Austausch 2016

Nach dreijähriger Pause war es endlich wieder so weit: Eine Gruppe von Schülern aus der 9. und 10. Jahrgangsstufe durfte im März diesen Jahres in den französischen Süden reisen, in Nürnbergs Partnerstadt Nizza, um dort nicht nur die mediterrane Frühlingssonne und das blaue Meer der Côte d’Azur zu genießen, sondern auch um das Familienleben ihrer Austauschpartner an den Lycées Masséna und Apollinaire eine Woche hautnah mitzuerleben ... und natürlich, um viel französisch zu sprechen. Nebenher haben wir einen Film gedreht: unsere ganz persönliche Karambolage „Nuremberg – Nizza“.

Et voilà die Berichte darüber, wie die erlebnisreichen Tage am Mittelmeer verliefen:

Lycée Masséna

Donnerstag, 10. März 2016 – Schule und Stadt

Am Mittwoch angekommen gingen wir am Donnerstag gespannt in die Schule. Dort bekamen wir eine Schulhausführung und besuchten anschließend den Unterricht unserer Austauschpartner. Nach einem gemeinsamen Essen in der Mensa machten wir mit unseren Austauschschülern eine spannende Stadtrallye durch die Altstadt von Nizza. Wir gingen auf das „Schloss“ von Nizza und genossen die wunderschöne Aussicht über den Dächern der Stadt auf das Meer. Wir unternahmen einen kleinen Rundgang in den engen und niedlichen Gassen der Altstadt Nizzas und viele gönnten sich ein Eis bei der berühmten Eisdiele Nizzas. Anschließend besuchten wir das Rathaus und wurden vom Abgeordneten der Stadt in der Nationalversammlung, dem französischen Parlament in Paris, Rudy Salles, sowie von Stadträten willkommen geheißen, wobei wir leckere Macarons und französische Spezialitäten zu naschen bekamen. Daraufhin begaben wir uns mit den Austauschpartnern nach Hause und verbrachten einen schönen und angenehmen zweiten Abend bei der Gastfamilie.

(Bilge Celik, Lia Schlonies, Margarita Dörr, 10c)

Freitag, 11. März 2016 - Eze

Am Freitag stand ein Tagesausflug nach Eze an. Dort haben wir eine Parfümerie besucht. Als erstes haben wir eine Führung bekommen, in der erklärt wurde, wie Parfüm hergestellt wird, danach haben wir an einem Workshop  teilgenommen, wo wir unser eigenes Parfüm kreieren durften. Nach einer Stunde Freizeit sind wir in die Altstadt von Eze gegangen, einem ehemaligen Felsendorf, wo wir eine Führung bekommen haben. Es ist auf einem Berg gebaut und so ging es bei der Führung meistens nur bergauf. Doch das lohnte sich: Am höchsten Punkt, im beeindruckenden Jardin exotique wurde man mit einer wunderschönen Aussicht auf Dorf und Meer belohnt. Unser Führer war der Leiter des Touristenbüros von Eze, der uns zusammen mit Bobby, DER Dorfkatze, süß und pechschwarz, den Ort zeigte. Nach der Führung sind wir den über zwei Kilometer langen Chemin Friedrich Nietzsche steil hinab zum Strand gewandert. Nach dem anstrengenden Weg haben alle das Picknick am Strand genossen, bevor es mit dem Zug den kurzen Weg zurück nach Nizza ging. 

(Lena Rempel, 9b)

Parfümerie Workshop in Eze
Am Strand in Eze

 

Samstag, 12. März 2016 und Sonntag, 13. März 2016 – Wochenende in den Gastfamilien

Das Wochenende verbrachten wir in unseren Gastfamilien. Um 9.30 Uhr frühstückten wir. Es gab Baguette, Croissants, Pains au chocolat und vieles mehr - alles süß. Am Tisch unterhielten wir uns über Gott und die Welt. Die Familie war sehr nett! Danach mussten die Eltern arbeiten. Victoria, meine Austauschpartnerin, und ich saßen im Wohnzimmer und hörten Musik. Um ca. 14 Uhr kamen Andjela und ihre Austauschpartnerin, Annick, vorbei und unser Austauschvater, der von der Arbeit zurückkam, fuhr uns zu einem riesengroßen Einkaufszentrum namens Polygone. Dort gab es sämtliche Läden wie H&M, Zara, MakeUp Forever und vieles mehr. Um 16 Uhr mussten wir wieder zurück, da um 18 Uhr eine kleine Feier stattfand. Diesmal kam der Austauschvater von Andjela und fuhr uns alle vier zu Annick. Dort aßen wir etwas Kuchen und um 18 Uhr fuhr der Vater uns zum Treffpunkt. Dort trafen wir auf weitere Austauschpartnerinnen und ihre deutschen Gäste. Wir liefen danach gemeinsam zum Haus des Großvaters einer corres. Dort angekommen waren alle so fasziniert vom Haus- eine 7 Millionen Euro-Villa! Es gab einen Swimmingpool innen und außen, 16 Autos, einen eigenen Tennisplatz, 21 Zimmer und vieles mehr. Wir hatten dort einen riesengroßen Spaß. Im Nachhinein fanden wir sogar heraus, dass Britney Spears im Sommer davor dort gelebt hatte. Um Mitternacht kam dann der Austauschvater von Annick und fuhr uns nach Hause. Es war ein unvergesslicher Abend!

(Phuc Nguyen, 9c)

Am Sonntag sind wir zusammen mit dem Freund der Mutter meines Austauschpartners mit einem kleinen Fischerboot auf das Meer hinausgefahren. Als wir am Hafen angekommen sind, war der Freund schon da und hat zusammen mit einem Bekannten von ihm, dem das Boot gehört, den Motor von diesem repariert. Nach kurzer Zeit allerdings war er damit fertig und wir konnten starten. Wir waren noch nicht einmal ganz aus dem Hafen draußen, als der Motor wieder seinen Geist aufgegeben hat. Doch zum Glück haben zwei kleine Stöße gereicht und er lief wieder. Im Hafen war überhaupt kein Wellengang und so dachten wir eigentlich, dass es eine ruhige Fahrt würde. Doch kaum waren wir mehr als 50 Meter vom Hafen entfernt, waren die Wellen plötzlich fünf Meter hoch und wir mussten umkehren. Nach der leider sehr kurzen Bootfahrt bin ich mit meinem Austauschpartner und seiner Schwester zu ihm nach Hause gelaufen. Es waren nur fünf Minuten Fußweg. Zu Hause angekommen musste Matéo lernen und ich hatte den Nachmittag für mich.

(Sebastian Weissbrod, 9c)

Montag, 14. März 2016 – Observatoire, Bowling und Ausstellungsbesuch

Wie an jedem anderen bisherigen Wochentag standen wir morgens mit unseren correspondants auf. Zusammen gingen wir in die Schule, wo die Franzosen dann ihren Unterricht besuchten. Wir warteten noch ein bisschen auf diejenigen, deren Austauschpartner erst um neun Uhr in der Schule sein mussten, und fuhren anschließend mit einem Bus hinaus auf einen Hügel am Rand über der Stadt. Unser Ziel: Das Observatoire de la Côte d’Azur. Die Sternwarte thront hoch über den Dächern von Nizza auf dem Mont Gros und ist schon von Weitem gut erkennbar. Die Serpentinen schlängeln sich eng den Berg hinauf, doch nach einer etwa halbstündigen Fahrt waren wir da. Unser guide, ein junger Astrophysik-Professor aus Deutschland, der seit kurzem an der Université de Nice forscht und lehrt, führte uns durch die Anlage. Insgesamt gibt es dort drei Sternwarten, die dort oben zwar nicht mehr wirklich der Wissenschaft dienen, jedoch noch einigen Hobby-Astronomen die Möglichkeit geben, in den nächtlichen Sternenhimmel zu schauen. Die Kuppel, die das größte, wirklich gigantische Teleskop umschließt, misst stolze 26m Durchmesser und musste eigens von Gustave Eiffel konstruiert werden, damit sie beim damaligen Stand der Ingenieurstechnik der Schwerkraft standhalten konnte. Nach einem Gruppenbild vor dem atemberaubenden Panorama der Stadt machten wir uns auf den Rückweg. Im Zentrum hatten wir noch Freizeit, bevor wir mit unseren Austauschpartnern bowlen gingen. Den Abschluss des ereignisreichen Tages bildete dann der Besuch der Ausstellung „Vie ou théâtre?“ in der Villa Masséna– ein für uns berührender Moment, sahen wir dort doch die Originalseiten des Bildtagebuches von Charlotte Salomon, einer Jüdin, die später im KZ ermordet wurde.  

(Oliver Trennert, 10c)

Beim Observatoire

Mittwoch, 16. März 2016 - Heimreise

Adieu, au revoir und danach ein paar Küsschen – Abschied nehmen ist nie leicht, besonders nicht, wenn man Nizza und die Côte d'Azur hinter sich lässt. Doch der Mittwoch war der Tag der Tage, der Tag, den wir alle fürchteten, denn es wurde Kurs auf den Flughafen gelegt. Es regnete sogar. Wie dramatisch! Das erste Mal in der sonst sonnig-warmen Woche! Die Sicherheitskontrollen sind es nicht wert beschrieben zu werden - und schwupp waren wir im Duty free-Bereich des Flughafens und verfügten nun über freie Zeit, die größtenteils nur dazu benutzt wurde, nach halbwegs bezahlbarer Nahrung zu suchen und Vitali (!!!) Klitschko mit Fotos zu nerven. Und schwuppdiwupp 2.0 saßen wir schon wieder in unserem kleinen Miniflieger und warfen an unseren Sandwiches knabbernd Nizza einen letzten, wehmütigen Blick zu und hoben ab. Das Meer, die Alpen, die Wolken. München und Deutschland hießen uns dann wieder willkommen und schon stiegen wir in unseren Fernbus, der uns alle wieder zurück nach Nürnberg trug.

Meine Corres-Mama (so pflegte bzw. pflege ich immer noch meine Gastmutter zu nennen) hatte mir im Auto gesagt, dass die Sonne schien, als wir kamen und es nur regnete, weil wir gingen – sie hatte vollkommen recht. Wenn ich Nizza höre, kommt in mir nun immer ein wohlig warmes Gefühl auf, denn die Zeit dort war einfach fantastisch. Ich bin mir sicher, dass ich wirklich nicht die Einzige aus meiner Gruppe bin, die so fühlt. Die Zeit dort war einfach unvergesslich. Danke für die großartigen Erinnerungen und möge den Franzosen der Besuch ebenso in den Köpfen bleiben wie uns der Aufenthalt an der azurblauen Küste!

(Lemma Yahya, 9b)

Mit Vitali Klitschko

 

Im Mai erfolgte dann der Gegenbesuch der französischen Gruppe bei uns in Nürnberg. Sie lernten die Stadt während einer Rallye und einer Führung kennen, loteten ihr künstlerisches Talent während eines Workshops im Neuen Museum aus, erfuhren mehr über die dunklen Zeiten der Stadtgeschichte auf dem Reichsparteitagsgelände und wurden – dank üppigem fränkischem Menü zum Willkommensabend und opulentem Angebot zum Abschiedsfrühstück zu Experten der regionalen Küche. Beim Bürgermeister gab es noch mehr Typisches zu erfahren, und sogar einen Blick in den großen Festsaal des Rathauses durften wir werfen. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Stadt Nürnberg für ihre Unterstützung! Ebenso an die Stadt Nizza, die uns den Aufenthalt in Frankreich finanziell um einiges erleichterte! Zum Himmelfahrtstag ging es auf Tagesexkursion nach Regensburg, zur Befreiungshalle nach Kelheim sowie im Anschluss durch den Wald und mit der Zille über die Donau zum Kloster Weltenburg. Spätestens dort dürften die Franzosen den Eindruck gewonnen haben, dass die Deutschen wirklich allesamt in Lederhosen gekleidet den Tag Bier trinkend verbringen. Dem Männertag sei Dank!

Wir hoffen auf Fortsetzung in zwei Jahren und sagen unseren Gästen „Au revoir! Vive l’échange!“