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Frankreichaustausch Darnétal 2019

der siebten und achten Klassen mit dem Collège Jean-Jacques Rousseau

vom 28.03. bis zum 05.04.2019

 

Die Gruppe überwindet ein Drehkreuz nach dem anderen, versucht, die sperrigen Koffer durch die viel zu engen Öffnungen zu bugsieren und wird von den Rolltreppen schließlich in ein äußerst munteres Treiben inmitten der Metropole befördert. Hupen, angeregte und bisweilen energische Konversationen auf den geöffneten Restaurantterrassen, smart gekleidete Passanten mit Laptoptasche und Handy und immer wieder vorbeiflitzende E-Scooter lassen keinen Zweifel daran, dass wir angekommen sind: im Herzen von Paris, der grande capitale. Gut 30 Minuten dauert der Fußmarsch von der Gare de l’Est zu der Gare du Nord, den die 19 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren beiden Begleitlehrern zurücklegen, um den Zug zum Zielpunkt der heutigen Tagesreise zu erreichen – Rouen, hoch oben im Norden der Normandie. Dass man in Paris beim Umsteigen schon einmal den Fernbahnhof wechseln muss, ist für Franzosen freilich eine Selbstverständlichkeit – für uns Deutsche ist dies die erste Überraschung einer sehr bereichernden und intensiven Zeit in Frankreichs Norden.

Auch während der weiteren neun Tage erkunden wir ein Land, das die meisten bislang nur aus dem Schulbuch kennen. Die Schülerinnen und Schüler tauchen voll in den französischen Alltag ein, da sie bei Gastfamilien untergebracht sind. In den meisten Fällen führt kein Weg daran vorbei: Il faut parler français! Zum Alltag gehören natürlich auch Besuche der französischen Schule – des Collège Jean-Jacques Rousseau in Darnétal. Den Deutschen wird relativ schnell klar, dass sich nicht nur die Organisation des Schulsystems in Frankreich deutlich von dem abhebt, was sie aus Nürnberg kennen; auch der Unterricht selbst, der Aufbau des Gebäudes und die Rhythmisierung des Schulalltags sind Neuland für sie.  

Während der neun Tage stehen selbstverständlich auch einige touristische Highlights auf dem Programm: Erkundet wird zunächst die quirlige und verwinkelte Stadt Rouen, mit der man zunächst nicht verbindet, dass sie zu den bedeutendsten Seehäfen Europas gehört. Auf dem Schiff erkunden wir die Hafenanlagen der Seine und schieben uns an dampfenden Silos und riesigen Hochseeschiffen vorbei. Der strategisch wichtigen Lage an der Seine, die Paris mit dem Nordmeer verbindet, verdankt Rouen nicht unwesentlich seinen Reichtum. Einen Eindruck von der Schönheit dieses Meers und vor allem seiner Küste gewinnen wir anlässlich einer Tagesexkursion zu den Kreidefelsen von Étretat. Dass Claude Monet diese spektakuläre Kulisse gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Vorlage für seine impressionistischen Bilder wählte, verwundert angesichts der Wucht dieses Eindrucks nicht. Wir haben das Glück, die Felsen bei schönstem Sonnenschein zu sehen, und können daher auch auf dem Klippenwanderweg, hoch oben entlang der Steilküste laufen. Am Nachmittag gehört der Strand am Fuße der Steilklippen uns: Mit Steinen, Strandgut und dem, was die Menschen so am Meer hinterlassen, entwerfen wir in deutsch-französischen Gruppen im Rahmen eines Land-Art-Projekts Strand-Bilder, die sowohl mit der Thematik des deutsch-französischen Austauschs als auch mit dem Globalthema „Die Umwelt und wir“ in Zusammenhang stehen. Die Sieger werden am Schluss von allen gekürt.

Ein weiterer Höhepunkt ist dann schließlich der Tagesausflug nach Paris. Erneut bei bestem Wetter bewundern wir die Wahrzeichen der Metropole: So erklimmen wir über 704 Treppenstufen die zweite Plattform der Tour Eiffel, genießen eine grandiose Aussicht in rund 115 Meter Höhe auf die französische Hauptstadt, fahren mit dem Batobus vom Eiffelturm bis zur Cathédrale Notre Dame, die wir rund eine Woche, bevor ihr Dachstuhl in Flammen stehen wird, noch in ihrer ganzen Schönheit sehen dürfen. Zu Fuß geht es dann entlang der Seine über den Louvre, den Jardin des Tuileries und die Champs-Elysées zurück zum Gare du Nord.

Was wäre Frankreich ohne die cuisine française? Nichts, daher ist der krönende Abschluss unseres Austauschs die Soirée d’adieu am Abend des vorletzten Tags, anlässlich derer ein von den deutschen und französischen Schülern zubereitetes Menü die Anwesenden dahinschmelzen lässt: Bereits im Laufe der Austauschwoche haben die Schülerinnen und Schüler in Austausch-Tandems gemeinsam typisch französische und bretonische Rezepte ins Deutsche übersetzt. Dies war dann die Grundlage für das gemeinsame Zubereiten der Speisen in der Kantine des Collège Jean-Jacques Rousseau. Alle Anwesenden – Schülerinnen und Schüler mit ihren Gastfamilien, Betreuungslehrer und Mitglieder der Schulleitung – lassen es sich schmecken und sind sich einig, dass dieses Koch-Projekt auf alle Fälle in knapp vier Wochen auch in Nürnberg erprobt werden muss – dann erfolgt nämlich der Gegenbesuch der collégiens de Darnétal in der mittelfränkischen Metropole. Au revoir, à bientôt et … vive l’amitié franco-allemande!

[Hartmut Duppel]