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Ein Sehbehinderter im Ethikunterricht der Klasse 5CD

Woher weiß ein Blinder, ob seine Kleidungsstücke zusammenpassen? Wie kann ein blinder Mensch die vom Arzt verschriebenen Tropfen abzählen ohne sie zu sehen? Wie kocht überhaupt ein Blinder? …. Diese Fragen und viele mehr hatten die Schülerinnen und Schüler der Ethikklasse 5CD und durften sie an unseren Besucher, den sehbehinderten Herrn Lothar Wüstner stellen.
Dieser brachte einige Alltagsgegenstände mit, wie zum Beispiel eine sprechende Uhr, ein sprechendes Temperaturmessgerät , eine Scheibe, die gegen den Topfrand „klimpert“, wenn das Wasser kocht, ein Gerät, um Tropfen mit Hilfe eines Geräusches abzuzählen oder auch ein Farberkennungsgerät. Dieses interessierte einige Schüler ganz besonders. Sie versuchten die Farbe ihrer Kleidungsstücke erkennen zu lassen, stellten aber bald fest, dass beispielsweise verschiedene Blautöne (abgesehen von hell und dunkel) oder melierte Pullover von dem Gerät kaum unterschieden werden können.
Ein weiteres – äußerst wichtiges und von vielen Schülerinnen und Schülern sofort ins Herz geschlossenes – „Hilfsmittel“ hat Herr Wüstner in natura in unser Klassenzimmer mitgebracht: seinen Hund Vivo!
Einige Mädchen wollten ihn gleich zu Beginn streicheln, doch sie wurden belehrt, dass ein Blindenführhund nicht gestreichelt werden darf, solange er sein Arbeitsgeschirr um hat, damit er von seiner Arbeit nicht abgelenkt wird. Herr Wüstner erzählte der Klasse 5CD, wie der Labrador ausgebildet worden ist, dass er auf italienische Befehle hört und nach etwa 7 bis 8 Jahren in Pension gehen darf. Nahezu keinem Anwesenden war bewusst, dass so ein Blindenführhund über „Sonderrechte“ verfügt. Er darf nämlich auch in Kirchen, Theater oder Läden hinein!
Herr Wüstner, Vorsitzender des Behindertenrates der Stadt Fürth,  zeigte und erklärte der Klasse aber auch europäische und deutsche Schutzzeichen der Behinderten, insbesondere auch der Sehbehinderten, wie zum Beispiel das ebu-Männchen, die gelbe Armbinde mit den drei schwarzen Punkten sowie den Tast- oder Blindenlangstock.
Die Schülerinnen und Schüler erfuhren weiterhin, wie es zu der späten Erblindung von Herrn Wüstner gekommen war und wie er zu Beginn mit seiner veränderten Lebenssituation umgegangen ist, bevor er ihnen etwas zur Blindenschrift erzählte. Mit dieser durften sie sich auch noch in den Folgestunden beschäftigen, denn die Lehrerin bekam von dem Vorsitzenden Materialien zum Thema „Blindenschrift“ geschenkt. - Und die Klasse war äußerst eifrig dabei, als es galt einen Text, der eigentlich nur aus „Punkten“ bestand, zu entziffern!
Am Ende der Doppelstunde haben einige Schülerinnen und Schüler versucht nachzufühlen, wie sich ein Blinder fühlt und fortbewegt. Herr Wüstner brachte für diesen Zweck speziell gefertigte Brillen mit, die verschiedene Sehbehinderungen nachahmen. So konnten die Schüler ausprobieren wie es ist, wenn man z.B. gar nichts, ein wenig, verschwommen oder nur einen bestimmten Ausschnitt vor sich sieht. Beim Laufen hatten sie die Möglichkeit zusätzlich einen Tast- oder Blindenlangstock zu verwenden. Das war für viele eine ganz neue Erfahrung! - Zum Abschied gab es dann auch noch ein Souvenir: den eigenen Namen in Blindenschrift!
Im Namen der Ethikklasse 5CD ein großes Dankeschön an unseren Gast für die vielen neuen Informationen und Eindrücke!


Michaela Philipp

Wer denkt, dass er schon alles über Blinde weiß (auch ERWACHSENE!), oder jeder, der noch etwas lernen möchte, sollte dieses Quiz machen, das die Ethikklasse 5CD mit Hilfe ihrer Lehrerin entworfen hat.

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Der Taststock
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Entziffern der Braille-Schrift
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Nachfüllen
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Souvenirs
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Viele Fragen
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Vovo macht Pause
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Wo ist der Hund
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