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Die Journalistin Frau Schneider zu Besuch in der Klasse 8E

Frau Schneider erklärt den Aufbau
Die 8e bei der Arbeit

Um zu erfahren, wie man schon heute an die Informationen von morgen kommt, haben wir
die freie Journalistin Anna Schneider zu uns ins Klassenzimmer eingeladen.

Frau Schneider gab den Schülerinnen und Schülern nicht nur einen Einblick in das
Berufsfeld einer Journalistin, sondern informierte auch über die Arbeit von Presseagenturen
sowie einer Zeitungsredaktion. Die Klasse 8E lernte den gesamten Aufbau der
Tageszeitung am Beispiel der Nürnberger Nachrichten kennen, die Platzierung bestimmter
Artikel und deren Intention. Im Gespräch über die verschiedenen Textgattungen in einer
Zeitung überraschte die Journalistin die Schülerinnen und Schüler vor allem mit einem
spontan durchgeführten Interview mit der Schülerin Nadya P. über deren zukünftigen
Berufswunsch.

Auch der Unterschied zwischen Boulevard-Berichterstattung und der Darstellung in einer
klassischen Tageszeitung im Abonnement wurde mit Hilfe von zu Hause mitgebrachten
Zeitungen thematisiert. Dabei stellten viele der anwesenden Schülerinnen und Schüler
fest, dass sich nicht nur das Format, der Aufbau und der Informationsgehalt unterscheiden,
sondern auch mit Fotos und der Bekanntgabe von Namen anders umgegangen wird.


Näheres Untersuchen einer Zeitung

„Wann dürfen echte Namen veröffentlicht werden?“ „Darf man in einer Zeitung einen Toten
abbilden?“ Solche und ähnliche Fragen förderten das besondere Interesse der Schüler für
das Presserecht zutage. Am aktuellen Zeitgeschehen aus Politik und Gesellschaft wurde
diese rechtliche Handhabung verdeutlicht. Namen und Bilder von sogenannten „Personen
der Zeitgeschichte“, das sind Menschen, die durch ihr gesamtes Wirken dauerhaft im
Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen, also etwa Angehörige aus Königshäusern und
berühmte Wissenschaftler, dürfen publiziert werden. Die Abbildung eines Toten hingegen,
wie etwa im Fall des gestürzten lybischen Staatsoberhauptes Muammar al-Gaddafi in
der Bildzeitung geschehen, ist hingegen problematisch. „Das ist auch eine moralische
Entscheidung, die der betreffende Journalist oder eine Redaktion hier fällen muss“, erklärte
Frau Schneider. Wenn eine Zeitung übertreibt, gibt es eine Mahnung vom Presserat. Das
ist die freiwillige Selbstkontrolle der gedruckten Medien. Hier hat grundsätzlich jeder Bürger
und jede Institution die kostenlose Möglichkeit, sich beim Deutschen Presserat über eine
Veröffentlichung in der deutschen Presse zu beschweren.

Gegen Ende wurde die besondere Stellung des Mediums (Tages)zeitung in unserer
Gesellschaft kritisch betrachtet. Ob die Zeitung in dieser Form auch in Zukunft bestehen
bleibt? Schließlich erhalten heutzutage viele Menschen aktuellere Informationen viel
schneller durch das Internet… Trotz aller Vermutungen der Anwesenden, wird das wohl
erst die Zukunft zeigen.

Zum Schluss möchten wir uns noch einmal für die sehr interessanten Einblicke und äußerst
informativen Ausführungen der Journalistin Frau Schneider bedanken, die die Schülerinnen
und Schüler trotz „Unterrichts“ zum Lachen brachte und diesen so viele Fragen entlockte,
dass sie noch viel mehr Zeit gebraucht hätte, um wirklich alles zu beantworten.

Michaela Philipp, Fachschaft Deutsch