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Sagenrundgang in der Nürnberger Altstadt

Schüler bei der Sagentour
Schüler bei der Sagentour
Vor der Sebalduskirche
Vor der Sebalduskirche
Darf ich auch mal drehen?
Darf ich auch mal drehen?
Auf der Fleischbrücke
Auf der Fleischbrücke

Am Dienstag, dem 22. 4. 2008, unternahmen wir, die Klasse 5a, in der dritten und vierten Unterrichtsstunde mit unserer Deutschlehrerin Frau Schlatterbeck einen Unterrichtsgang durch die Altstadt von Nürnberg. Der Zweck war, die Orte kennenzulernen, an denen bestimmte Nürnberger Sagen spielen.

Nach der ersten Pause um 9.45 Uhr versammelten wir uns in der Eingangshalle unserer Schule und verließen dann das Schulgebäude über den Hof. Nun ging es durch die Schildstraße und die Burgstraße hinauf zur Burg. Unser erstes Ziel war erreicht.

In der Burgmauer suchten wir die Hufabdrücke, die das Pferd des Ritters Eppelein beim Sprung über die Mauer hinterlassen haben soll. Wir hörten nicht nur die Eppeleinsage, sondern auch die Sage von der „blauen Agnes“, die im Sinwellturm gelebt haben soll.

Die nächste Station war die Sebalduskirche, die wir erreichten, indem wir die Burgstraße hinunter gingen. Hier las uns unsere Lehrerin einige Sagen vom Heiligen Sebald vor, z. B. die von den brennenden Eiszapfen oder von den Ochsen, die seinen Leichnam in die Stadt brachten und genau an der Stelle, wo heute die Kirche steht, stehen blieben. Hier wurde Sebald dann begraben.

In der Außenwand der Sakristei befinden sich etwa 30 bis 50 cm lange und 3 cm tiefe Rillen und kugelförmige Abdrücke, die einen Durchmesser von etwa 5 cm haben. Da es dafür keine genauen Erklärungen gibt, bekamen wir die Aufgabe uns selbst dazu eine Sage auszudenken und aufzuschreiben.

Anschließend begaben wir uns zum Hauptmarkt, der nicht weit entfernt von der Sebalduskirche liegt. Hier hörten wir die Sage von der Entstehung des Brunnens, der eigentlich als Turm der Frauenkirche geplant gewesen sein soll, und die Sage vom goldenen Ring.

Unser nächstes Ziel war die Fleischbrücke, die wir über die westliche Seite des Hauptmarkts erreichten. Dort sitzt auf einem Torbogen der steinerne Ochse, darunter ist eine lateinische Inschrift angebracht:

„Omnia habent ortus suaque in crementa sed ecce quem cernis numquam bos fuit hic vitulus“

Bei der Übersetzung musste uns Frau Schlatterbeck helfen, aber einige Wörter kannten wir schon aus dem Lateinunterricht:

„Alle Dinge haben einen Anfang und ein Wachstum. Aber siehe: Niemals ist der Ochse, den du hier siehst, ein Kalb gewesen.“

Jeden Mittag, wenn er das Zwölfuhrläuten der Frauenkirche hört, soll der Ochse von seinem Tor heruntersteigen, um sich auf dem Markt etwas zu fressen zu holen. Das hat aber noch nie jemand beobachtet, da der Ochse immer das Läuten verschläft.

Durch die Kaiser- und Königsstraße gelangten wir anschließend zur Lorenzkirche. Zum Eckbrunnen links neben dem Portal, an dem die Steinfigur eines Schuljungen zu sehen ist, der vom Teufel gepackt wird, erzählte uns Frau Schlatterbeck die Sage vom Schusserbuben und dem Teufel. Sie las uns auch die Sagen „Die Totenmesse“ vor und die, welche erklärt, weshalb eines der Fenster an der Fassade zugemauert ist.

Weiter ging es die Königsstraße hinunter, über die Museumsbrücke, an der östlichen Seite des Hauptmarkts entlang zum Gänse-männchenbrunnen auf dem Rathausplatz. Dort hörten wir die Geschichte vom Bauern und seinen zwei Gänsen.

Über den Fünferplatz und die Laufer Gasse gelangten wir schließlich zurück zur Schule, wo wir noch ein wenig von der zweiten Pause mitbekamen. Ich fand diese Unternehmung sehr interessant und lehrreich.

Aus den Aufsätzen von Jana Obernosterer und anderen Schülern der Klasse 5a

Sage zu den Kratzspuren an der Mauer von St. Sebald

Die gestohlenen Kreuze

Vor ein paar hundert Jahren wurde in Nürnberg immer nachts in den Häusern eingebrochen. Der Dieb stahl die Kreuze von den Wänden. Die Leute waren sehr aufgebracht und verdächtigten einander.

Eines Nachts wurde ein Mann gesehen mit einem Sack voller Kreuze auf dem Rücken. Die wütenden Bürger jagten ihn durch die dunklen, engen Gassen bis zur Kirchenmauer. Dort begannen sie den Verbrecher zu steinigen. Aber die Steine prallten von ihm ab und trafen die Mauer. Plötzlich kletterte der Einbrecher katzengleich die Sandsteinmauer hoch un verschwand. Da wussten die Leute, das konnte bloß der Teufel gewesen sein.

Noch heute sieht man an der Sebalduskirche die Löcher von den Steinen und die Kletterspuren.

Theresa Blank, 5a

Eine moderne Sage zu den gleichen Spuren

Im Jahre 2008 lebte ein gewisser Emil in Nürnberg. Er war 11 Jahre alt und ging an das Willstätter-Gymnasium in die 5. Klasse.

Es war Mittwoch, der 23. April, und die Klasse hatte viele Hausaufgaben auf. Emil hatte gar keine Lust darauf. Weil er so wütend über die vielen Hausaufgaben und die ungerechten Lehrer war, schnappte er sich seine Handkanone, lief zur nahe gelegenen Sebalduskirche und schoss auf die Mauer. Seine Wut war verraucht - aber jetzt war ihm langweilig und seine Hausaufgaben wollte er immer noch nicht machen. Deswegen holte er einen Säbel und ritzte hübsche Furchen in die Kirchenwand. Nun war er zufrieden, ging nach Hause und - machte seine Hausaufgabe.

Hundert Jahre später wunderten sich die Leute über die seltsamen Zeichen in der Mauer und viele Wissenschaftler versuchten sie zu entschlüsseln.

Emil Iftekhar, 5a